Wirtschaft : Dialyse-Spezialist FMC rechnet bald mit einer Einigung im Streit mit der US-Regierung

Die mit Abstand größte Fresenius-Tochter, der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care (FMC), steigerte in den ersten neun Monaten des Jahres seinen Umsatz um zehn Prozent auf 2,83 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Mark). Das operative Ergebnis legte um 16 Prozent auf 413 Millionen Dollar zu, teilte die Fresenius AG (Bad Homburg) am Dienstag mit. Im Gegensatz zum Mutterkonzern ist das Tochter-Unternehmen FMC im Deutschen Aktienindex (Dax) notiert. Die FMC-Aktie erreichte ihren Jahreshöchststand (73,97 Euro) am 7. September - kurz nachdem bekannt wurde, dass das Papier am 20. September anstelle von Hoechst in den Dax aufgenommen werden sollte. Am billigsten waren die FMC-Anteile am 1. Juni (44,55 Euro).

"Wir sind ausgesprochen zufrieden mit unseren Ergebnissen und liegen voll im Plan", sagte FMC-Chef Ben Lipps am Dienstag. Nach einem deutlichen Plus am Vortag verlor die FMC-Aktie am Dienstag an der Frankfurter Börse bis zum Mittag aber leicht um knapp ein Prozent auf 67,80 Euro. Die genannten Geschäftszahlen seien nur vorläufig, sagte Lipps. Denn in den USA ist ein Verfahren gegen die US-Vorgängerfirma NMC aus dem Jahre 1995 noch immer nicht abgeschlossen. Unter anderem geht es um zweifelhafte Labortest und Bezahlung von Ärzten. Die Verhandlungen mit US-Regierungsbehörden seien aber in der Endphase. FMC wolle den Streit außergerichtlich beilegen und zwar nach Wunsch von Fresenius-Konzern-Chef Gerd Krick noch vor dem Jahr 2000. In welcher Höhe Zahlungen auf Fresenius zukommen und wie sich diese auf das Ergebnis auswirken, wollten die Manager nicht verraten. Analysten am Bankenplatz Frankfurt sprechen von rund 300 Millionen Dollar. Diese Zahl bezeichnete Krick aber als Spekulation. Fakt sei vielmehr, dass US-Behörden damals eine Sicherheitsleistung von 115 Millionen Dollar verlangt hätten.

Unterdessen hat der Konzern sein internationales Geschäft kräftig vorangetrieben. Allein im europäischen Ausland schnellte der Umsatz um 29 Prozent auf 867 Millionen Euro in die Höhe. Wichtigster Markt bleibt Nordamerika mit Erlösen von rund zwei Milliarden Euro (plus fünf Prozent). Im Inland fiel das Umsatzplus mit nur einem Prozent auf 411 Millionen Euro dagegen am niedrigsten aus. Derzeit zählt der Konzern weltweit rund 42 000 Beschäftigte.

Auch der Mutterkonzern, das Pharma- und Medizintechnikunternehmen Fresenius, blieb 1999 auf zweistelligem Wachstumskurs. In den ersten neun Monaten legte der Umsatz um zehn Prozent auf 3,57 Milliarden Euro (6,98 Milliarden Mark) zu. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 20 Prozent auf 429 Millionen Euro. Unter dem Strich stand beim Gewinn ein Plus von 35 Prozent auf 139 Millionen Euro. Der hohe Dollarkurs hat an diesem Zuwachs einen Anteil von zwölf Prozentpunkten.

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