Wirtschaft : Dicke Luft durch Würstchen-Duft

Matthias von Arnim

Entweder man mag es oder man hasst es: Das Grillen spaltet die Nation. Mit dem Duft von Bratwurst, Grillhähnchen und Kotelett zieht oft auch dicke Luft über den Gartenzaun.

So gemütlich die Gartenparty oder das Grillfest auf dem eigenen Balkon auch ist: Das Recht auf Spaß vor der eigenen Flügel- oder Schiebetür hat Grenzen. Wenn der Nachbar sich beschwert, hat er oft das Recht auf seiner Seite. Zieht zum Beispiel der Rauch in dessen Wohn- und Schlafräume, ist das ein Verstoß gegen das Landesimmissionsschutzgesetz (OLG Düsseldorf, 5 Ss (OWi) 149/95 (OWi) 79/95 I). Kommt es zur Anzeige, kann das bis zu 500 Euro Geldbuße kosten.

Auch zur zumutbaren Häufigkeit von Grillfestlichkeiten haben sich die Richter geäußert – allerdings kontrovers. Das Bonner Landgericht entschied: Einmal im Monat – von April bis September – sei eine Grillparty angemessen (Az: 6 C 545/96). Die Richter machten aber die Auflage, dass Nachbarn mindestens 48 Stunden vor Beginn der Grillfeier informiert werden müssen. Das Bayerische Oberlandesgericht verfügte zudem, dass der Grill wenigstens 25 Meter von Nachbars Garten entfernt stehen muss (Az. 2 Z BR 6/99).

Grillen darf man nicht nur im Garten oder auf der Terrasse, sondern auch auf dem Balkon, erlaubte das Landgericht Stuttgart (Az: 10 T 359/96). Geringfügige Rauchentwicklung und Grillgerüche müssten die Nachbarn drei Mal im Jahr dulden, allerdings empfahlen die Schwaben, einen Elektrogrill zu benutzen. Den zieht auch das OLG München vor. Die Oberlandesrichter urteilten: Höchstens fünfmal pro Jahr darf Holzkohle im eigenen Garten glimmen (Az: 2 Z BR 6/99). Wer den Elektrogrill nutzt, kann dagegen sicher sein, zumindest das Landesimmissionsschutzgesetz nicht zu verletzen.

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