Wirtschaft : Die Aktionäre fürchten einen weiter steigenden Euro

Quartalszahlen von Daimler-Chrysler und Deutsche Bank

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Berlin / Düsseldorf (os/mp/HB). In der neuen Handelswoche geht die DaxBerichtssaison mit den Zahlen der beiden Schwergewichte Daimler-Chrysler und der Deutschen Bank in die heiße Phase. Nach Einschätzung von Analysten wird der Verlust beim US-Autobauer Chrysler dem Daimler-Konzern einmal mehr das Jahresergebnis verhageln. Die Deutsche Bank hat Analysten zufolge im vergangenen Jahr ihre Risikovorsorge (siehe Lexikon) nahezu halbiert. Der Nettogewinn werde sich vervielfachen. Für die Aktie der Deutschen Bank sei allerdings trotzdem kein deutlich positiver Impuls zu erwarten, meint HVB-Analyst Andreas Weese.

Für den heutigen Montag stehen zudem die Zahlen des Konsumgüterkonzerns Henkel an, am Donnerstag veröffentlicht der Pharmakonzern Schering seinen vorläufigen Geschäftsbericht. Aus der zweiten Reihe melden der Zementhersteller Dyckerhoff und der Bauelemente-Herstellers Epcos ihre Ergebnisse. „Die Geschäftszahlen werden insgesamt wohl gut ausfallen, aber das erwartet der Markt und deshalb werden sie keinen großen Auftrieb geben können“, sagt Aktienstratege Rolf Elgeti von der Commerzbank.

Im Vordergrund stünden die möglichen Belastungen durch den Euro. Steffen Neumann, Aktienstratege bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, rechnet damit, dass sich die Unternehmen angesichts des starken Euro eher zurückhaltend über ihre Zukunft äußern werden. Er rechnet mit einer Seitwärtsbewegung des Dax. Zeitweise könne der Index aber auch bis auf 4000 Punkte fallen.

Entscheidend für die Dax-Entwicklung werden daneben die Konjunkturnachrichten sein: „Nächsten Freitag beginnt das Treffen der G7-Finanzminister", sagt Stefan Mitropoulos, Aktienexperte bei der Bankgesellschaft Berlin. Die Anleger beobachteten das Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrienationen vor allem im Hinblick auf Äußerungen zu den Wechselkursen. Im Blick haben Börsianer zudem die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Zwar erwarten fast alle von Reuters befragte Volkswirte keine Änderung des Leitzinses von zwei Prozent. Allerdings warten die Marktteilnehmer gespannt auf die Kommentare der EZB zur weiteren Zinspolitik und zum Euro.

Charttechniker raten zum Abwarten

Nach Angaben der Charttechniker gefährdet die gegenwärtige Abwärtskorrektur nicht den nach wie vor intakten Aufwärtstrend. Solche Korrekturen gelten sogar als notwendig. Wer bis zum Ende der Korrektur wartet, findet eine gute Einstiegsgelegenheit. Beendet ist die gegenwärtige Korrektur, wenn der Dax die 4130 Punkte wieder überschritten hat. Dann stehen nach Ansicht von Charttechnikern neue Höchststände bevor.

Sollte der Dax zuvor noch bis 3940 Punkte sinken, dann gälte die Korrektur bereits beim anschließenden Übersteigen von 4100 als beendet. Die Aufwärtswelle würde den Dax zunächst bis 4240 Punkte führen. Sollte die Korrektur unter 3900 Punkte führen, steht ein zeitlich längst fälliger Test der primären Aufwärtstrendbegrenzung an. Anleger sollten also in jedem Fall das Ende der Korrektur abwarten, bevor sie einsteigen.

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