Wirtschaft : Die Aktionäre haben nach wie vor keine Freude an ihrem Papier

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Die Aktionäre der Bewag haben nach wie vor keine Freude an ihrem Papier. Im Vergleich zum Jahresanfang verlor die Bewag-Aktie mehr als 50 Prozent. Seit Monaten hält sie sich bei einem Wert unter 14 Euro. Die Analysten halten eine solche "Unterbewertung" zwar angesichts der Liberalisierung des Strommarktes für vergleichsweise normal. Schließlich verhalten sich derzeit fast alle Versorgeraktien eher träge. Doch gerade für die Bewag-Aktionäre, die das Papier meist langfristig halten und quasi als Rentenpapier angesehen haben, bedeutet der dauerhafte Niedrigstand Kapitalverlust. Gerlinde Gollasch, Analystin der Bankgesellschaft, macht den Aktionären für die kommenden Monate auch wenig Hoffnung auf Besserung. Weil nur ein Viertel des Kapitals frei gehandelt würde, sei das Börsengeschäft mit Bewag-Aktien "sehr schwach", auf dem Parkett ist das Papier eher ein Außenseiter, institutionelle Investoren meiden die Aktie.

Zudem, meint Gollasch, würden die Marktteilnehmer gegenwärtig noch keine Wachstumsperspektiven sehen, die ihnen Klarheit über die Zukunft des Unternehmens geben. Noch immer sei nicht klar ersichtlich, welche Eigentümerstruktur sich in Zukunft bei der Bewag herausbildet. Zwingt das Kartellamt mit der Veba/Viag-Fusion einen der Partner, seine Anteile an der Bewag zu verkaufen, so würde man mit Spannung erwarten, wie sich der dritte Hauptaktionär Southern Company (26 Prozent) verhält. Erst, wenn die Eigentümerstruktur klarer und damit die mittelfristigen Aussichten für das Unternehmen verständlicher würden, sagt Gollasch, "werden sich auch wieder Anleger für die Bewag interessieren".

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