Wirtschaft : Die Alten werden immer wichtigere Konsumenten

HAMBURG (beu/HB). Die Deutschen werden immer älter, geben sich aber immer jünger. Immer mehr Menschen leben nach dem Motto "Forever young" (für immer jung). Die "Best Ager", das heißt Bürger, die älter als 44 Jahre sind, formulieren selbstbewußt ihre Wünsche und lassen sich diese etwas kosten. Das zeigt die Verbraucheranalyse 1999, die jetzt von den Verlagen Axel Springer und Heinrich Bauer vorgelegt wurde. 31 000 Männer und Frauen waren für die Studie zu ihrem Konsum- und Freizeitverhalten befragt worden. Laut Adrian Weser, Autor der Studie und Leiter Research & Media Marketing beim Heinrich Bauer Verlag, führt diese Tendenz dazu, daß Medien, Wirtschaft und Werbung zunehmend Zielgruppen nicht mehr ausschließlich nach Alter definieren, sondern entscheidend nach Konsum und Lebensstil. Aktive Freizeitgestaltung sei heute nicht mehr nur eine Sache der Jungen: Das Interesse für Aktivitäten gehe bis ins hohe Alter. Und dieser Trend werde sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Gerade die Älteren seien heute sehr viel länger aktiv als noch vor 15 Jahren, lautet die Erkenntnis. Je nach Freizeit- und Konsumverhalten sei eine Niveauverschiebung um mehr als zehn Jahre in Richtung älterer Jahrgänge zu beobachten, meint Weser. Während 1985 längere Urlaubsreisen von der Mehrheit nur bis zum Alter von 45 Jahren geplant wurden, zählen diese heute auch bei 65jährigen noch zum Jahresalltag. Auch Kurzreisen werden von bis zu 60jährigen heute noch häufig unternommen. 1985 nahm das Interesse an kurzen Erlebnisreisen schon im Alter von 45 Jahren ab.Der gleiche Trend zeigt sich beim äußeren Erscheinungsbild. Stefan Baumann vom Trendbüro Hamburg macht vier Stilgruppen aus: Der Feudalist liebt den stilvollen Auftritt und steht auf Label wie Escada, Boss oder Joseph Janard. Der Moralist favorisiert den legeren Auftritt - die Garderobe muß möglichst unkompliziert sein. Der Hedonist ist der Ästhet. Im Busineß sportlich schick, in der Freizeit leger. Die Flexisten sind die rastlosesten unter den "Golden Oldies", ständig auf der Suche nach Neuem präferieren sie zum Beispiel atmungsaktive Mikrofasern.Und beim täglichen Einkauf? Markentreue der älteren Generation bis zum Abwinken? Mitnichten! 65 Prozent der 45- bis 49jährigen, aber auch noch 56 Prozent der 60- bis 64jährigen probieren gern neue Produkte aus, dies sind acht beziehungsweise vier Prozentpunkte mehr als vor 15 Jahren.

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