Wirtschaft : Die Analysten der Banken bleiben gelassen

Noch ist die Telekom nicht unterlegen BERLIN (dr).Für die Analysten kam die Nachricht von den hohen Rückstellungen zwar überraschend, bei der Analysten-Konferenz vor zwei Wochen bei der Telekom war das Thema noch nicht erwähnt worden, dennoch zeigten sie sich nicht übermäßig beunruhigt.Sie schlossen sich gestern in einer Telefonkonferenz kurz.Michael Schatzschneider von der BHF-Bank in Frankfurt betonte, daß dies ja erst eine Androhung und sicherlich Teil der Verhandlungsstrategie sei.Bald greife das Regionalisierungskonzept und Dritte kämen mit ins Boot, dann werde die Regulierungsbehörde sicherlich Schwierigkeiten haben auf die Gebührensenkung beim Kabel zu bestehen.So sieht er denn auch keine große Gefahr für den Kurs der Telekom-Aktie.Selbst wenn es zu Abschreibungen komme, sei dies nicht so negativ.Dann sinke der Buchwert des Bereichs Kabel und damit seien die Abschreibungen wesentlich geringer.Dann könne dieser Bereich den Break even 1999 erreichen und sei damit als wesentlicher Belastungsfaktor des Gesamt-Telekom-Ergebnisses erledigt.Ähnlich äußerte sich der Analyst der Bankgesellschaft Berlin, Ralf Hallmann.Zunächst bestehe für die Telekom ja auch noch die Möglichkeit der rechtlichen Klärung.Bei geringeren Abschreibungen und einem geringeren Buchwert würden natürlich auch die Zinskosten sinken.Die Telekom werde mit der Regulierung leben können, zumal sie international interessante Allianzen eingegangen sei.Eine Gewinnprognose und damit eine Dividendenprognose will er allerdings nicht abgeben.Einen Einbruch der Aktie schließt er aber aus.Der Rückgang des Kurses am Morgen um gut 4 Prozent habe sich bis zum frühen Nachmittag ja auch schon auf 2,5 Prozent abgeschwächt.Bereits im Vorjahr habe die Bankgesellschaft empfohlen die Aktie gleichzugewichten, was ja in etwa halten bedeute.An dieser Empfehlung habe sich nichts geändert.Die Nachricht von den gewaltigen Rückstellungen, die die Deutsche Telekom nun bilden muß, kam auch für den Analysten der Privatbank Trinkaus & Burkhardt, Klaus Repges, einigermaßen überraschend.Das kommende Ergebnis werde sicherlich stark belastet, wenn es der Telekom nicht gelinge, die Entscheidung der Regulierungsbehörde auf rechtlichem Wege zu ändern.Repges macht aber auch darauf aufmerksam, daß dies nicht das einzige Problem der Telekom sei.Ein Beispiel: Die Überlassung eines Telefonanschlusses an die Konkurrenten und die dafür möglichen Gebühren.Auch bei diesen Fällen gibt es bekanntlich Streit mit der Regulierungsbehörde.So sieht Repges die Aktie des Telefonriesen auch in einer besonderen Situation.Nicht die Qualität des Management entscheide, sondern die Regulierungsbehörde stecke den Rahmen des Unternehmens ab.Die Kursentwicklung sei deshalb nur sehr schwer prognostizierbar.

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