Wirtschaft : Die Anleger bleiben nervös

Aktienmärkte erwarten US-Konjunkturdaten mit Spannung

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Frankfurt (Main) (HB). Nach dem jüngsten Kursrutsch an den amerikanischen Börsen können die Anleger in dieser Woche bestenfalls auf eine kurze technische Gegenreaktion hoffen. Bedenken bezüglich der Gewinnentwicklung bei den Unternehmen und die schwelende Angst vor einem Krieg mit dem Irak drückten den Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte am Freitag um 3,7 Prozent, der Deutsche Aktienindex Dax folgte mit einem Abschlag von 3,4 Prozent nach unten. Seit Monatsbeginn hat der Dax rund 25 Prozent eingebüßt.

Auf der Agenda stehen in dieser Woche vor allem wieder die Konjunkturdaten. Zuletzt korrigierten internationale Institutionen ihre Prognosen nach unten – was erheblich zur Nervosität der Anleger beiträgt. Die Blicke richten sich erneut auf die USA, wo am Montag der Stimmungs-Index der Chicagoer Einkaufsmanager veröffentlicht wird. Am Freitag kommen die Arbeitsmarktdaten für September. Die Analysten von WestLB Panmure erwarten zwar keinen durchgreifenden Stimmungsumschwung, man könne sich aber vorstellen, dass sich die Einschätzungen auch nicht weiter verschlechtern.

Die Experten der Investmentbank HSBC in London haben die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft erst einmal aufgegeben. Man müsse sich auf eine längere Stagnation in den Industrieländern einstellen, heißt es in ihrer jüngsten Quartalsanalyse. Allerdings sei der Pessimismus bezüglich der Konjunktur aktuell übertrieben, vor allem in Großbritannien und den USA werde die Wirtschaft bis zum Jahresende besser abschneiden als allgemein prognostiziert. Ein neuer Krieg mit dem Irak werde nicht zu einem Ausverkauf an den Börsen wie nach dem 11. September führen, doch sollten die Investoren die Finger von Fluggesellschaften und Hotelaktien lassen.

Zu der neuen Bescheidenheit passt denn auch, dass viele Strategen jetzt auf Aktien mit hohen Dividendenrenditen setzen. Die durchschnittliche Dividendenrendite liege in Europa bei 3,4 Prozent und damit nur unwesentlich unter dem Renditeniveau am Bondmarkt – wo deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit bei rund 4,3 Prozent angekommen sind.

Zu den fixen Terminen in dieser Woche zählen France Télécom mit der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch und Puma. Der Sportbekleidungshersteller erläutert am Donnerstag in Rotterdam seine Langfriststrategie bis 2006. Lohnend könnte auch ein Blick auf die arg gerupfte Allianz-Aktie werden. Nach einem Analystentreffen sind wieder positivere Stimmen zu vernehmen, die mit einer Sanierung der Dresdner Bank rechnen.

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