Wirtschaft : Die Asien-Krise bremst SAP

MÜNCHEN (rtr).Die Wirtschaftskrise in Asien hat das Geschäft des Software-Herstellers SAP AG, Walldorf, im bisherigen Jahresverlauf zunehmend belastet.Vorstandssprecher Henning Kagermann sagte am Dienstag in München, im dritten Quartal habe der Umsatz in der Region Asien-Pazifik vor allem durch Veränderungen der Wechselkurse um 20 Prozent auf 161 Mill.DM zugenommen.Trotz der spürbaren Einbußen hat SAP Umsatz, Gewinn und die Zahl der Arbeitsplätze kräftig gesteigert.Der Vorsteuergewinn stieg im dritten Quartal 1998 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 376 Mill.DM.Der Umsatz kletterte um 43 Prozent auf zwei Mrd.DM.Für das vierte Quartal erwartet das Softwarehaus aber ein gebremstes Wachstum.Nach den ersten neun Monaten liegt der SAP-Gewinn mit 1,2 Mrd.DM um 45 Prozent über dem Vorjahreswert.Der Umsatz wuchs bisher um 54 Prozent auf 5,9 Mrd.DM.

Kagermann sagte, für das Umsatzminus in Asien-Pazifik im dritten Quartal sei vor allem die Entwicklung in Japan verantwortlich.Ohne Wechselkursverschiebungen wäre der Umsatz in Asien-Pazifik um zwei Prozent gestiegen.Im zweiten Quartal war der SAP-Umsatz in der Region vor allem wegen Wechselkursveränderungen um fünf Prozent gesunken.Kurzfristig erwartet SAP keine Verbesserung der Lage in Japan.

Wechselkursveränderungen bremsten das Wachstum von SAP auch in anderen Märkten der Welt.In der Absatzregion Amerika nahm der Umsatz im dritten Quartal um sieben Prozentpunkte langsamer zu, als es bei konstanten Devisenkursen der Fall gewesen wäre, stieg aber um 55 Prozent auf 994 Mill.DM.Den Konzern kosteten Wechselkursverschiebungen zwischen Januar und September zwei Prozentpunkte Wachstum.Beim Gewinn vor Steuern steuerten Erträge aus Kurssicherungsgeschäften dagegen zwei Prozentpunkte zum Zuwachs bei.

Für das gesamte Jahr 1998 rechnet SAP weiter mit einem Umsatzwachstum um etwa 40 Prozent, der Gewinn vor Steuern soll ohne Berücksichtigung des Prämienprogramms Star um 30 bis 35 Prozent zunehmen.Analysten hatten gehofft, daß SAP seine Prognose anheben könnte.Kagermann verwies aber auf den extrem guten Verlauf des vierten Quartals 1997.

Die Zahl der Mitarbeiter des Walldorfer Konzerns dürfte nach Einschätzung Kagermanns bis zum Jahresende auf leicht über 19 000 Menschen steigen.Dies würde im Vergleich zu Ende 1997 einen Zuwachs um mehr als 6000 neue Stellen bedeuten.Von Januar bis September stellte SAP 5474 neue Mitarbeiter ein, davon 1740 in Deutschland.

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