Wirtschaft : Die Auf- und Absteiger des Jahres: Ab: Herbert Mai

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Den Schwarze Mittwoch von Leipzig hat Herbert Mai ganz gut überstunden: Im kommenden Jahr wird er Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Flughafen Frankfurt AG. Also AG-Vorstand anstatt erster Vorsitzender der neuen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. An dem Großprojekt Verdi unter der Beteiligung von fünf Gewerkschaften ist der ÖTV-Chef Mai gescheitert. Auf dem Gewerkschaftstag in Leipzig Anfang November versagten die Delegierten der Gewerkschaft ihrem Vormann die Gefolgschaft, eine Probeabstimmung für Verdi fiel so schlecht aus, dass Mai die Brocken hinwarf und zurücktrat. Viele Jahre Vorbereitung, komplizierte Abstimmungen und Kompromisse mit den Verdi-Partnern waren offenbar vergebens, die größte der beteiligten Organisation, nämlich die ÖTV, drohte die Fusion insgesamt scheitern zu lassen. Mai hatte es nicht vermocht, den Delegierten die Chancen von Verdi so darzustellen, dass die Risiken dahinter verblassten.

Anders gesagt: Der Vorsitzende hat seine Basis nicht mitgenommen. Also musste er gehen. Womöglich wird ihm einst eine Art Märtyrer-Rolle zugebilligt, wenn sein elanvoller Nachfolger Frank Bsirske doch noch die ÖTV von Verdi überzeugt.

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