Wirtschaft : Die Auf- und Absteiger des Jahres: Auf: Hans Eichel

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Wie man aus einem Nachteil einen Vorteil macht, war in diesem Jahr an keiner Person besser abzulesen als an Hans Eichel, 58, Finanzminister. Vor dem Re-Design seiner Person galt er als blass und bieder, Gerhard Schröder hatte ihn als "Lehrer" beschimpft. Nach dem Re-Design galt er immer noch als blass und bieder, aber eben plötzlich auch als sparsam - und das passte. Der Politik-Berater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle hatte seinen Klienten nach bester Markenstrategie neu positioniert, als "Spar-Hans", dem Mann, der Mark und Pfennig ehrt.

Man kann es bedauern, dass Politik heute vor allem ein Verpackungsproblem darzustellen scheint, gestärkt durch sein neues Image setzte Eichel schließlich die Steuer-Reform durch. Der Linke und Weggefährte von Oskar Lafontaine, der Eichel einmal war, ist kaum noch zu sehen. Für Visionen sind jetzt andere zuständig, Eichel hat sein Ziel vor Augen: 2006 will er den ersten Bundeshaushalt ohne Neuverschuldung verabschieden. Ob es bei all den Spitznamen, die ihm verliehen wurden, noch einen neuen gibt? In Großbritannien, wo manchmal ganze Parteien von Marketingstrategen generalüberholt werden, würden sie ihn jetzt wahrscheinlich New Eichel nennen.

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