Wirtschaft : Die Bahn entschuldigt sich Gutscheine für Kunden nach Winter-Desaster

Berlin - Die Deutsche Bahn hat sich nach den massiven technischen Problemen in diesem Winter bei den Vielfahrern unter ihren Kunden mit Reisegutscheinen entschuldigt. In den vergangenen Tagen seien an Kunden, wie Pendler mit Zeitfahrkarten im Fernverkehr, Entschuldigungsbriefe und Gutscheine verschickt worden, sagte ein Bahn-Sprecher am Dienstag in Berlin. Besitzer von ICE-Jahreskarten etwa erhielten Reisegutscheine in Höhe von 50 Euro. Mit der Wiedergutmachung wolle sich die Bahn für das Verständnis und die Geduld der Kunden bedanken, erklärte der Konzern. Wie viele Gutscheine und Briefe man verschickt habe, sagte der Sprecher nicht.

Die Deutsche Bahn hatte im Winter über Wochen hinweg massive technische Probleme. Züge kamen zu spät oder fielen aus. „Wir entschuldigen uns für die Betriebsstörungen“, hieß es in dem Brief. Man habe Konsequenzen gezogen. In den Werken und Bahnhöfen wurde demnach das Personal aufgestockt.

Derweil wurde eine pikante Personalie aus der Zentrale bekannt. Georg Brunnhuber, 62, noch bis Mittwoch im Aufsichtsrat, soll nach Tagesspiegel-Informationen als Berater des Vorstands Kontakte zur Politik pflegen. „Der Vertrag muss von Bahn-Chef Rüdiger Grube nur noch unterschrieben werden“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Brunnhuber soll sich um die zweite Reihe der Entscheider kümmern – Abgeordnete und Staatssekretäre, die für den durch und durch politischen Konzern wichtig sind. Um die erste Reihe kümmert sich Grube selbst.

Bis zum Frühjahr 2009 hatte sich Otto Wiesheu (CSU), ehemals Wirtschaftsminister in Bayern, als Vorstand um die politischen Beziehungen gekümmert. Im Zuge der Aufklärung der Datenaffäre musste er gehen. Mit der Einstellung Brunnhubers setzt die Bahn die Strategie fort, die Kontakte ehemaliger Politiker für ihre Interessen zu nutzen. Ex-Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt, Bremens ehemaliger Bürgermeister Klaus Wedemeier, der einstige brandenburgische Verkehrsminister Hartmut Meyer oder sein nordrhein-westfälischer Ressortkollege Franz-Josef Kniola (alle SPD) bekamen bei der Bahn ähnliche Aufgaben. AFP/brö

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