Wirtschaft : Die Bahn muss 100 Millionen Euro sparen

Unternehmensberater und Lieferanten bekommen weniger Geld, weil das erste Quartal so schlecht lief – Sonderpreise geplant

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Berlin (hop). Die Deutsche Bahn will ihre Kosten mit einem Sparprogramm bis Jahresende um mehr als 100 Millionen Euro senken. Das kündigte der MarketingVorstand Hans-Gustav Koch in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ an. Ein Bahn-Sprecher sagte dem Tagesspiegel, eine Vorgabe des Bahnvorstands für das Programm „Sprint“ sei, es dürfe nur so gespart werden, dass der Kunde nichts davon merke. Er sagte außerdem, dass zu den Sparmaßnahmen nicht der zusätzliche Abbau von Personal gehören werde.

Das Sparprogramm „Sprint“ betrifft nur die Sparte Personenfernverkehr, Reise und Touristik. In den übrigen Konzerntöchtern – Güterverkehr, Bahnhöfe und Netz – gibt es nach Auskunft der Bahn keine Pläne für Sparmaßnahmen, die über bereits bestehende Projekte hinausgehen. Grund dafür ist, dass der Personenfernverkehr nach Angaben aus Unternehmenskreisen besonders schlecht in das neue Jahr gestartet ist. Im ersten Quartal 2003 lagen demnach die Umsätze in dieser Sparte bei 750 Millionen Euro. Erwartet hatte die Bahn etwa 930 Millionen Euro. Auch das Betriebsergebnis nach Zinsen – dem Vernehmen nach minus 133 Millionen Euro – liegt deutlich unter den Planzahlen.

Fahrgastverbände, Verbraucherschützer und eine Reihe von Politikern machen dafür vor allem das neue Preissystem, das seit vergangenem Dezember gilt, verantwortlich. Die Bahn sieht bisher als Hauptfaktor die schlechte Konjunktur. „Darüber kann man viel meckern, aber das hilft uns natürlich nicht“, sagte ein Bahnsprecher. Deswegen sei nun „Sprint“ aufgelegt worden. Der Sprecher sagte, größere IT-Projekte sollen dabei aufgeschoben und der Einsatz und die Wartung von Fahrzeugen effizienter werden. Außerdem solle bei Unternehmensberatern gespart werden. Und mit ihren Lieferanten wolle die Bahn reden. Unter dem Programm „Sprint“ fasst der Konzern aber auch Projekte zusammen, die zur Verbesserung des Angebots führen sollen. Der Bahnsprecher nannte die Pünktlichkeit, „die noch weit entfernt ist von dem Niveau, das wir wollen“. Und mit neuen Sonderpreisen will es die Bahn schaffen, bei ihren Kunden als genauso günstig zu gelten wie Billigflieger.

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