Wirtschaft : Die Bankenkrise lässt die Weberbank kalt

Dividende auf 26 Prozent erhöht – Mehr Depots und Einlagen

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Berlin (dr). Im Bankgeschäft lässt sich noch Geld verdienen – jedenfalls mit eher vermögenden Privatkunden. Den Beweis liefert wieder einmal die Berliner Weberbank Privatbankiers KGaA. So konnte das Institut seinen Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2002 um rund vier Prozent auf 13,52 Millionen Euro steigern.

Er soll in voller Höhe ausgeschüttet werden, was eine Dividende von 26 Prozent bedeutet, ein Prozentpunkt mehr als im Jahr 2001. Die Privatbank gehört zu knapp 95 Prozent zur Landesbank Berlin (LBB), die damit in den vergangenen acht Jahren (ohne Sondereffekte) rund 100 Millionen Euro Dividenden erhalten hat. Christian Grün, Sprecher der Geschäftsleitung der Weberbank, bezeichnete das Ergebnis im Gespräch mit dem Tagesspiegel als „erfreulich“, zumal es in einem Jahr erzielt worden sei, dass für die gesamte Wirtschaft sehr schwierig gewesen sei. Wie in den vergangenen Jahren seien zudem die Risikovorsorge und die Rücklagen „angemessen“ gestärkt worden. Eine Zahl nannte Grün nicht, erklärte aber: „Wir haben wie in jedem Jahr das Maximum dessen getan, was wir durften.“

Der Zinsüberschuss einschließlich der laufenden Erträge aus dem Wertpapiergeschäft kletterte in der Berichtszeit um rund acht Prozent auf 71,2 Millionen Euro. Günstig hat sich hier die steile Zinskurve ausgewirkt. Der Provisionsüberschuss wuchs um rund 13 Prozent auf fast zwölf Millionen Euro. Allerdings resultiert er zum größten Teil aus dem jetzt auslaufenden Fördergeschäft. Dieses Geschäft macht nur noch 300 Millionen Euro oder 0,3 Prozent an der Bilanzsumme aus. Es kam 1992 mit dem Kauf der Berliner Industriebank zur damaligen Weberbank. Beim GeschäftsbankKreditvolumen war 2002 ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Grün erklärte dies mit der traditionell „sehr vorsichtigen Geschäftspolitik“. Die Firmenkredite beliefen sich auf insgesamt rund 660 Millionen Euro, die Kredite an Privatkunden auf 830 Millionen Euro. Auf der anderen Seite gelang es, die Kundeneinlagen von rund 2,2 auf 2,3 Milliarden Euro zu steigern. Auch das Gesamtvolumen der Kundendepots erhöhte sich trotz stark fallender Aktienkurse an den Börsen.

Gut vorangekommen ist die Bank mit ihrem Internet-Auftritt. Inzwischen sind etwa 7000 der insgesamt mehr als 300000 Kunden für das Online-Banking freigeschaltet. Insgesamt wurden in die EDV in den vergangenen drei Jahren rund 14 Millionen Euro investiert.

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