Wirtschaft : Die Bauern brauchen einen Präsidenten Nach 14 Jahren zieht sich Gerd Sonnleitner zurück

Koblenz - Seit 14 Jahren steht er an der Spitze des Deutschen Bauernverbands. Jetzt will Gerd Sonnleitner Jüngeren Platz machen. Beim Bauerntag in Koblenz kündigte der langjährige Präsident an, im Sommer 2012 nicht erneut zu kandidieren. Auch das Amt als Landesbauernpräsident in Bayern will er abgeben. „Ich hab’s gern gemacht“, sagte der 62-Jährige. Künftig will er sich jedoch auf andere Aufgaben konzentrieren: Auf die europäische Agrarpolitik, die er als Präsident des Europäischen Bauernverbandes zu beeinflussen versucht, und auf den eigenen Hof in Passau, der seit Jahrhunderten in der Hand seiner Familie ist. Welcher der 18 Landesbauernpräsidenten sein Nachfolger an der Spitze des Bauernverbands werden soll, steht noch nicht fest.

Im Beisein von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) machte Sonnleitner Front gegen den „Landfraß“ durch die Energiewende. Die Bauern fürchten, dass durch neue Stromtrassen und mehr Biomasse Flächen für Lebensmittel und Tierhaltung verloren gehen. Erste Aufgabe der Bauern „ist und bleibt die Nahrungsmittelproduktion“, betonte Sonnleitner. Aigner sagte zu, dass über eine Eindämmung des Flächenverbrauchs im Herbst beraten werden solle. Für die Energiewende strebt die Ministerin einen moderaten Ausbau dezentraler Biogasanlagen in bäuerlicher Hand an. hej/dpa

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