Wirtschaft : Die Berliner Krise: Dünne Luft an der Spitze der Bank

Alfons Frese

Für Wolfgang Rupf wird es jetzt ganz eng. Der Chef der Bankgesellschaft Berlin, der gestern vielleicht noch glaubte, mit der Ablösung einer Handvoll Vorstände etwas Luft zu bekommen, gerät immer tiefer in den Strudel der Affäre um eigenartige Bankgeschäfte. Und das hat er sich selbst zuzuschreiben. Das große Aufräumen an der Spitze der Konzern-Töchter Berlin Hyp und Landesbank Berlin geht weniger auf die Initiative des Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Rupf, als vielmehr auf die Arbeit des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen zurück. Das ist der schwerste Vorwurf: Rupf hat entweder den eigenen Laden nicht überblickt, oder er hat nicht rechtzeitig eingegriffen. Nun ist der Schaden für das gesamte Institut so groß, dass vermutlich nur noch ein tiefer Schnitt - in den (Eigentümer-) Strukturen und im Management - das Image der Bank reparieren und das Vertrauen von Geschäftspartnern und Investoren zurückbringen kann. Dass Rupf die Bank für eigene Interessen instrumentalisiert hat, ist im übrigen nicht erkennbar; auch wenn die Geschäftsbeziehung zwischen Bank und den Hornbach-Baumärkten, bei denen Rupf Mitte der 90er Vorstandsvorsitzender war und heute noch als Aufsichtsrat fungiert, in dieser Situation anrüchig erscheint. Es ist aber auch nicht der Punkt, ob Rupf aufgrund vermeintlicher persönlicher Fehlleistungen zurücktreten muss. Entscheidend ist vielmehr, ob die Bankgesellschaft ein neue Führung für einen Neuanfang braucht.

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