Wirtschaft : Die Berliner Krise: Jetzt wackelt Berlins oberster Banker

lom/dr/ball/sib

Die Krise der Berliner Bankgesellschaft hat den Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Rupf erreicht. Die Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Aubis, das im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre um Klaus Landowsky bekannt geworden ist, warfen Rupf vor, über Kreditgeschäfte öffentlich die Unwahrheit gesagt zu haben. Zudem wird Rupf vorgeworfen, er habe als Vorstandsvorsitzender der Bank einem Unternehmen geholfen, dessen Aufsichtsratsvorsitzender er ist. In den vergangenen Tagen haben mehrere Spitzenmanager der Bankgesellschaft wegen zweifelhafter Geschäfte ihre Posten verloren.

Unterdessen erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Landowsky seine Entschlossenheit, seine politischen Ämter zu verteidigen. Es gebe zwar parteiinterne Kritiker, aber mit denen nehme er den Kampf auf. "Die Situation ist sehr bedrückend, einknicken werde ich jetzt aber nicht", sagte Landowsky. Dem SPD-Landesvorsitzenden Peter Strieder warf er vor, das "Szenario des Angriffs" voll ausgereizt zu haben und "wie ein Hasardeur" zu agieren. Strieder sagte dagegen, die CDU müsse sich die "Frage nach der politischen Moral" stellen, ob jemand, der vom Posten als Vorstandssprecher einer Bank zurücktreten musste, weiterhin politische Verantwortung wahrnehmen könne.

Für den CDU-Fraktionsvorstand gebe es keinen Grund, am Wochenende zu einer Krisensitzung zusammenzukommen, sagte am Freitag Fraktionssprecher Markus Kauffmann. In den vergangenen Tagen waren in der Fraktion die kritischen Stimmen gegenüber Landowsky lauter geworden. Allgemein wird erwartet, dass der CDU-Ehrenrat, der am kommemden Donnerstag tagt, Landwosky einen Amtsverzicht nahelegen wird. Der SPD-Fraktionschef Klaus Wowereit sagte zu einer möglichen Teilnahme Landowskys am Treffen des Koalitionsausschusses am kommenden Montag, "die Teilnehmer am Koalitionsausschuss sind festgelegt. Dazu gehört auch der CDU-Fraktionschef. Dass dieser Landowsky heißt, steht nirgendwo." Die SPD halte Landowsky "nicht für einen geeignete Gesprächspartner, wenn es um die Zukunft der Bankgesellschaft geht".

Im Zusammenhang mit den umstrittenen Krediten der Bankgesellschaft warfen am Freitag die beiden Geschäftsführer der Aubis-Unternehmensgruppe, Klaus Wienhold und Christian Neuling, dem Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Rupf vor, die Öffentlichkeit über Bankgeschäfte falsch informiert zu haben. Sie verwiesen auf einen Briefwechsel zwischen ihnen und Rupf, der dem Tagesspiegel vorliegt. Wienhold sagte zudem, die Kunden der Bank "werden zu würdigen wissen", dass Rupf öffentlich über Bankgeheimnisse spreche.

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