Wirtschaft : Die Berliner Risikokapitalgesellschaft will sich grundlegend neu organisieren

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Die Berliner Beratungs- und Risokokapital-Gesellschaft bmp will ihre Geschäftspolitik grundlegend erneuern und das Unternehmen neu strukturieren. Das teilte der Vorstand der seit Juli 1999 im Amtlichen Handel (S-Dax) notierten bmp am Mittwoch mit. bmp werde sein Portfolio straffen und stärker auf die Wachstumsbranchen Informationstechnik und Telekommunikation, Life Science und regenerative Energien fokussieren, sagte Vorstandschef Oliver Borrmann. Trotz starken Umsatz- und Ergebniswachstums in den ersten neun Monaten dieses Jahres hat bmp seine Ertragsprognosen für 1999 und 2000 deutlich reduziert.

bmp will sich in Zukunft stärker auf die Wertsteigerung seiner Beteiligungen konzentrieren. Dafür sollen die Unternehmensbereiche Beteiligungen, Beratung und der neu zu schaffende Bereich Research (Marktanalyse) zusammengefasst werden. "Unsere Beratungs-Kapazitäten werden wir primär für unsere eigenen Beteiligungen einsetzen, um unsere Investments deutlich besser und schneller zu entwickeln", sagte Borrmann. Dadurch werde der Umsatz, der bisher durch den Verkauf von Beratungsleistungen erwirtschaftet wurde, deutlich zurückgehen. bmp erwarte jedoch, dies durch Wertsteigerungen der Beteiligungen deutlich überkompensieren zu können. In Zukunft wolle bmp bei seinen Beteiligungen eine deutlich aktivere Rolle spielen als bisher.

"Wie haben aus den Erfahrungen bei Trion gelernt", sagte Oliver Borrmann. bmp ist bereits seit 1997 an dem Berliner Verkehrstechnik-Spezialisten beteiligt. Trion ging im Juni diesen Jahres an die Börse und bereits im Oktober konnte das Unternehmen nur durch die Übernahme des Computerherstellers Lintec vor der Insolvenz gerettet werden. bmp habe bei Trion nur eine passive Rolle gespielt, sagte Borrmann. Trion sei trotzdem kein Verlustgeschäft. bmp habe Lintec eine einseitige Option auf den Verkauf der Anteile von rund zehn Prozent bis Ende 2001 eingeräumt, das Stimmrecht aber bereits übertragen.

Obwohl in den ersten neun Monaten keine Beteiligung ausgefallen sei, hat bmp seine Abschreibungspolitik deutlich verschärft und auf sieben Beteiligungen Wertberichtigungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro vorgenommen. Ende September war bmp in 44 Beteiligungen mit einem Gesamtvolumen von 58,8 Millionen Euro engagiert. Wegen der Wertberichtigungen und weil die Börsengänge von zwei Beteiligungen (Deutsche Phonesat und Mondia) verschoben werden mussten, werde der für 1999 geplante Gewinn von 0,51 Euro pro Aktie nach Steuern nicht erreicht. Angestrebt werden nun mindestens 0,18 Euro je Aktie. Im Jahr 2000 werde der Gewinn pro Aktie signifikant steigen, jedoch einen Euro nicht übertreffen.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat bmp den Umsatz auf 10,43 Millionen Euro fast verzehnfacht. Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen und Anteilen seien von 0,309 auf 7,99 Millionen Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis habe sich auf 1,33 Millionen Euro verbessert nach einem Vorjahresverlust von 0,53 Millionen Euro.

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