Wirtschaft : Die Beschäftigung in Europa wächst

DÜSSELDORF (pw/HB).Sowohl im Euroland als auch in der Europäischen Union (EU) ist die Beschäftigung im letzten Quartal 1998 um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.Nach Angaben von Eurostat entspricht das einem Zuwachs von 1,7 Millionen Arbeitsplätzen in der Eurozone und von 2,3 Millionen in der EU gegenüber 1997.Damit hat sich die seit der Jahreswende 1996/97 anhaltende Beschleunigung des Beschäftigungswachstums in der EU fortgesetzt - mit freilich bescheidenen Aussichten für dieses Jahr.

Die Erfolgsmeldung von Eurostat verblaßt auch in der längerfristigen Perspektive.Von 1994 bis 1998 wuchs die Beschäftigung in der EU im Schnitt mit 0,5 Prozent, in den Staaten Eurolands waren es sogar nur 0,3 Prozent.Das sind nahezu japanische Ausmaße (0,2 Prozent).Die Vereinigten Staaten hingegen, in Größe und Tiefe dem Wirtschaftsraums EU vergleichbar, erreichten von 1994 bis 1998 ein durchschnittliches Plus von 1,8 Prozent - erleichtert durch eine stetige und vorausschauende Geldpolitik, aber auch durch hohe Freiheitsgrade am Arbeitsmarkt.

Zwischen den einzelnen Staaten der EU klaffen große Unterschiede beim Beschäftigungsaufbau.Spitzenreiter war im vergangenen Quartal 1998 Luxemburg mit einem Plus von 4,7 Prozent.Deutschland erreichte demgegenüber nur ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent, den immerhin höchsten Wert seit Ende 1995.Erst im zweiten Halbjahr 1998 konnte die Bundesrepublik überhaupt wieder einen zögerlichen Anstieg der Beschäftigung erlangen; zuvor war die Beschäftigung in jedem Quartal seit Jahresbeginn 1996 gesunken.

Die schlechte Entwicklung Deutschlands zeigt sich auch im langfristigen Durchschnitt der Beschäftigungszuwachsraten: Lediglich Deutschland und Italien mußten in den fünf Jahren seit 1994 einen Abbau der Beschäftigung hinnehmen, alle anderen Länder der EU erzielten demgegenüber ein Plus.Nachhaltig und besonders stark über dem EU-Durchschnitt wuchs die Beschäftigung vor allem in Luxemburg (3,0 Prozent).Großbritannien, das den Kontinentaleuropäern vielfach als Musterbeispiel für einen flexiblen Arbeitsmarkt vorgehalten wird, zeichnete sich seit 1994 nicht durch ein übermäßig hohes Beschäftigungswachstum aus: 1,2 Prozent im langjährigen Durchschnitt sind nur gutes Mittelfeld.Dafür aber ist der Beschäftigungsaufbau im Vereinigten Königreich durch eine extrem hohe Konstanz und Ausgeglichenheit gekennzeichnet.

In den USA hat sich der Beschäftigungsaufbau im vergangenen Jahr abgeschwächt.Nach acht Jahren Aufschwung macht sich bemerkbar, daß der Arbeitsmarkt so gut wie leergefegt ist.Die US-Arbeitslosenquote betrug im Januar nur 4,6 Prozent.Mit einer Rate von 9,6 Prozent ist die Europäische Union davon noch weit entfernt.

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