Wirtschaft : Die beste Alternative: Tagesgeld Auch Bausparverträge können sich für ältere Sparer lohnen

Henrik Mortsiefer

DIE RICHTIGE GELDANLAGE

Dem Durchschnittsrentner von heute geht es gut. Nach der letzten verfügbaren Einkommens- und Vermögensstatistik aus dem Jahr 1998 verfügt ein deutscher Rentnerhaushalt im Monat über ein Einkommen von gut 1900 Euro. Pensionärshaushalte haben sogar mehr als 3000 Euro zur Verfügung. Bereits vor knapp zehn Jahren konnten sich 96 Prozent der Seniorenhaushalte im Westen Deutschlands über ein durchschnittliches Geldvermögen von fast 30 000 Euro freuen. Hinzu kam noch ein beträchtliches Immobilienvermögen. Wer heute mit 65 oder früher in Rente geht, hat mitunter also mehr Geld zur Verfügung als er ausgeben kann. Auch Senioren müssen sich deshalb Gedanken darüber machen, wie sie das überschüssige Kapital anlegen sollen.

Das Wichtigste: Sicherheit

„Für Rentner sollte es vor allem darum gehen, dass sich ihr Vermögen nicht verringert“, sagt Rainer Zuppe von der Stiftung Warentest. „Ein möglichst hoher Ertrag ist zweitrangig.“ Auf Rendite müssen aber auch Rentner nicht verzichten. Nur wer sein Kapital auf dem niedrig oder gar nicht verzinsten Girokonto liegen lässt oder in bar hortet, nimmt in Kauf, dass die Inflation es aufzehrt.

Sicherheit mit passabler Verzinsung versprechen zahlreiche Banken mit ihren Tagesgeldkonten. Das dort angelegte Geld ist jederzeit verfügbar, die Einlagen sind – mit wenigen Ausnahmen – über den Einlagensicherungsfonds abgesichert, und die Zinsen liegen häufig über den Renditen von Anleihen, Staatspapieren oder Rentenfonds. Die höchsten Zinsen für Tagesgeld ohne Mindestanlagesumme bieten das Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch (3,5 Prozent – bis maximal 25 000 Euro), die CC Bank (3,1 Prozent – bis maximal 100 000 Euro) und das Münchener Bankhaus August Lenz (3,1 Prozent – maximal 100 000 Euro). „Wer mehr will, muss entweder mehr Risiko eingehen oder sich länger binden“, sagt Zuppe. Doch selbst mehrjährige Sparpläne können häufig mit den Tagesgeldzinsen nicht mithalten. Pfandbriefe mit einer Restlaufzeit von einem Jahr? „Viel mehr als mit Tagesgeld kann man damit nicht rausholen“, meint Zuppe.

In Erwägung ziehen sollten Senioren auch den Abschluss eines Bausparvertrags. Paradox: Auch wenn kein Rentner mehr an den Bau eines Eigenheims denkt, lohnt sich solch ein Vertrag. In der Regel liegen nämlich Rentner unterhalb der Einkommensgrenze für die Gewährung der Wohungsbauprämie. Zusammen mit den staatlichen Zulagen (zehn Prozent der jährlichen Sparleistung) kann so eine Verzinsung von bis zu sechs Prozent erzielt werden – allerdings nur bei einer Laufzeit von sieben Jahren. Interessenten sollten sich beeilen. Denn in der aktuellen Steuerdiskussion wird auch gefordert, die Wohnungsbauprämie abzuschaffen oder bestimmte Personen wie die Rentner künftig auszunehmen. Wer bis zum 31. Dezember noch einen Vertrag abschließt, kann sich zumindest rückwirkend die Prämie für 2003 sichern.

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