Wirtschaft : Die Beteiligungen an Aral und Thyssengas müssen aber verkauft werden

Die EU-Kommission hat die größte Industriefusion aller Zeiten zwischen dem Ölkonzern Exxon und dem US-Konkurrenten Mobil Oil unter Auflagen für den deutschen Markt genehmigt. Die Beteiligungen an der deutschen Aral und der Thyssengas müssen verkauft werden, entschied die Behörde am Mittwoch in Brüssel. Die Kommission ordnete den Verkauf an, weil sonst Aral und die Exxon-Tochter Esso in Deutschland marktbeherrschend geworden wären. Um den 27,96-Prozent-Anteil von Mobil an der Aral AG (Bochum), der bei der Privatbank M. M. Warburg "geparkt" ist, wird schon länger gepokert. Interessiert sind Aral-Großaktionär Veba Oel und der weitere Aral-Miteigner Wintershall. Exxon wird zudem seine 25-Prozent-Schachtelbeteiligung an der Thyssengas GmbH (Duisburg) abgeben, einem großen Ferngasversorger. Dort sitzt der RWE-Konzern mit 50 Prozent im Boot, das restliche Viertel hält Shell. Thyssengas importiert Erdgas aus Norwegen, Russland und den Niederlanden für den Absatz in Nordrhein-Westfalen.

Die Konzerne erklärten in den USA, dass sie die Brüsseler Bedingungen erfüllen wollen. Die Verhandlungen mit der US-Kartellbehörde gehen weiter. Exxon werde ebenfalls seine Mehrheits-Stimmrechte an dem regionalen Versorger Erdgas Münster aufgeben. Mobil muss sich ferner von unterirdischen Anlagen in Bayern, die als Erdgas-Speicher genutzt werden könnten, trennen. Zudem werde sich das Unternehmen aus dem europäischen Brennstoff-Gemeinschaftsunternehmen mit British Petroleum (BP) zurückziehen, wo der Anteil derzeit 30 Prozent beträgt.

Prinzipiell grünes Licht gab Brüssel weiter der BP Amoco für die Übernahme des US-Ölkonzerns Atlantic Richfield. Der Konzern muss jedoch einige Beteiligungen an Pipelines und Aufbereitungs-Anlagen abgeben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben