Wirtschaft : Die Börse entdeckt die Maut

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Das MautDebakel zeigt erstmals Wirkung an der Börse. Nach Angaben von Aktienhändlern litten die Aktien der Deutschen Telekom und des Automobilherstellers Daimler-Chrysler am Mittwoch unter der offiziellen Bekanntgabe von Verlusten der Telekom durch ihr Maut-Engagement. Telekom wie Daimler-Chrysler halten jeweils 45 Prozent des Konsortiums Toll Collect. Die Aktien beider Unternehmen büßten teilweise um bis zu zwei Prozent ein.

Die Deutsche Telekom hatte am Morgen für das vierte Quartal 2003 eine Belastung von 442 Millionen Euro aus dem Mauterfassungssystem des Betreiberkonsortiums Toll Collect ausgewiesen. Der Start war ursprünglich für September 2003 vorgesehen. Dass die Gewinne von Daimler und Telekom durch die Maut-Verzögerung belastet werden, ist seit langem bekannt. Selbst die 442 Millionen Euro der Telekom waren schon vor Tagen durchgesickert. Daimler-Chrysler hatte die Kostenbelastung durch das Maut-Projekt für 2003 erst kürzlich auf der Bilanz-Pressekonferenz mit 250 Millionen Euro beziffert. Da Daimler nach US-Bilanzierungsregeln GAAP rechnet, die Telekom aber nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) fällt die Maut-Vorsorge unterschiedlich aus.

Unerklärlich ist allerdings, warum das Thema offenbar erst jetzt für die Börsianer interessant wird. Bislang hatten sich die Pannen bei Toll Collect praktisch nicht auf die Kurse der beteiligten Firmen ausgewirkt. Analysten bezeichneten die finanziellen Folgen als nicht gravierend. Obwohl die Belastungen bei der Telekom im vierten Quartal immerhin zu einem Verlust führten. fo

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