Wirtschaft : Die Börse hat den September leidlich überstanden

Der Deutsche Aktienindex hat „nur“ 6,5 Prozent verloren

Veronika Csizi

Berlin . Der Angstmonat September entpuppte sich diesmal als nicht so schlimm. Nach Rückgängen von 17 und 23 Prozent in den Vorjahren gingen die 30 größten deutschen Aktien im Schnitt  gerade mal um 6,5 Prozent auf 3256 Punkte in die Knie. Gemessen am Jahreshoch vom 4.September bei 3668 Punkten indes sieht die Dax-Rechnung mit rund elf Prozent etwas unangenehmer aus. Allerdings: In den Vormonaten hatte der deutsche Leitindex knapp 70 Prozent zugelegt.

Verkauft haben die Anleger im September erneut vor allem Aktien, die bereits sehr gut gelaufen sind. Zu den Hauptverlierern zählen neben Infineon und Siemens  die Autowerte. Neben markttechnischen Verkaufsargumenten zählten bei  Daimler-Chrysler, VW und BMW vor allem Währungssorgen. Die rasante Kletterpartie des Euro von 1,08 auf 1,16 Dollar  – das sind mehr als acht Prozent binnen vier Wochen – legt den deutschen Autoherstellern, so befürchten die Investoren, im ohnehin umkämpften Exportmarkt USA schwere Steine in den Weg. Auch aus China drohten künftig Probleme, hieß es. In einer Studie stellten die Wirtschaftsberater der KPMG fest, dass das Angebot dort spätestens in zwei Jahren die Nachfrage übersteigen werde. Daimler-Chrysler hat in China gerade ein Joint Venture zum Bau von Luxusautos gegründet, VW ist mit 38 Prozent Marktführer. Die drei Dax-Autoaktien verloren mit minus 12,8 Prozent (VW), minus 10,3 (Daimler-Chrysler) und minus acht Prozent (BMW) jeweils deutlich stärker als der Dax.

Sehr robust überstanden dagegen die Banken den September. Die Aktie der Hypo-Vereinsbank lag sogar rund sechs Prozent im Plus, Deutsche Bank machte 1,9 Prozent gut, Commerzbank-Aktien nur leicht im Minus. Die Finanzinstitute trotzten damit einer ganzen Reihe von Abstufungen, beispielsweise von Morgan Stanley, die den gesamten europäischen Bankensektor von „attractive“ auf „in-line“ abstuften. Dass die Hypo-Aktie zum 22. September aus dem wichtigen Euro-Stoxx 50 geworfen wurde, beirrte die Investoren somit nicht. In den Fokus rückten statt dessen der anstehende Börsengang der Immobilientochter Hypo Real Estate am 6. Oktober und die Ankündigung der bayerischen Bank, im aufstrebenden Osteuropa noch stärker Kunden zu werden. Die Deutsche Bank profitierte nach Meinung von Händlern vor allem von eigenen Aktienrückkäufen, die Anklage gegen ihren Chef Josef Ackermann störte offenbar weniger.  

Die beste Wertsteigerung im September bescherte den Anlegern Altana. Um rund 20 Prozent kletterte der Börsenkurs des Bad Homburger Pharmaherstellers bis Dienstagmittag.  Die Ursachen dafür sahen die einen in grundsätzlichen Umschichtungen zugunsten konservativerer Pharmawerte, die anderen in Roflumilast. Diesem Asthma- und Raucherlungen-Medikament aus dem Hause Altana, derzeit noch nicht auf dem Markt, wurde in einer Studie ein Umsatzpotenzial von rund einer Milliarde Euro zugestanden. Zu den raren Gewinnerpapieren im September zählte zudem Dax-Neuling Continental, der nach sieben Jahren wieder (für MLP) in den Dax zurückgekehrt ist.

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