Wirtschaft : Die Börse wird wieder interessant

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Von Dieter Fockenbrock

Die Unternehmen fassen wieder Vertrauen. Ins Geschäft, in Umsatz und Rendite – und in die Börse. Langsam kommen sie mit Plänen aus der Deckung, sich frisches Kapital über die Börse zu besorgen. Und Kapital brauchen sie, weil sie wieder expandieren wollen. Das beweist: Der zaghafte Aufschwung ist ein echter Aufschwung. Lange Zeit hatten gerade die Manager daran große Zweifel.

Die Gelegenheit für einen Börsengang ist so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Die Vorhersagen für die Finanzmärkte stehen gut. Auch wenn die Kurszuwächse schon im vergangenen Jahr enorm waren – die positive Entwicklung wird vorerst anhalten. Darin sind sich alle Experten einig. Börsenaspiranten können also sicher sein, dass sie auch Käufer für ihre Aktien finden. Noch vor einem Jahr sah das ganz anders aus – obwohl damals schon der Trend umschlug. Doch vor einem Jahr fehlte noch das Vertrauen.

Der Reisekonzern Tui ist ein typisches Beispiel für die neu gewonnene Zuversicht. Schon lange plant Konzernchef Michael Frenzel, das Schifffahrt-und Logistikgeschäft in der Tochter Hapag-Lloyd zu Geld zu machen. Jetzt hält er den rechten Zeitpunkt für gekommen. Privataktionäre und die professionellen Anleger werden sich deshalb nicht nur mit Zweitplatzierung von der Deutschen Telekom oder Post aus den Beständen der Staatsbank KfW zufrieden geben müssen. Sie können mit der Reederei Hapag-Lloyd, der Postbank oder dem Dienstleister Auto-Teile-Unger auf völlig neue Anlagemöglichkeiten setzen. Es sei denn, die beratenden Banken machen wieder denselben Fehler wie zu Zeiten des Börsenbooms und treiben die Ausgabekurse auf unsinnige Höhen. Dann ist die Zuversicht schnell verflogen.

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