Wirtschaft : Die Börsen schalten einen Gang zurück

Neue Index-Rekorde gibt es nur, wenn die US-Konjunktur stark läuft

-

Frankfurt (Main)/New York (HB/pf). Die freundliche Stimmung an den Aktienmärkten hält an. Analysten sind aber nicht sicher, ob die Börsenindizes schon in den kommenden Tagen wichtige Schwellenwerte durchbrechen werden. Die 4000Punkte-Marke beim Deutschen Aktienindex Dax dürfte aus technischen Gründen schwer zu überwinden sein. Auch der Stand von 10000 Punkten beim amerikanischen Dow Jones dürfte nur zu überwinden sein, wenn die anstehenden Daten zur US-Konjunktur stark ausfallen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es neue Jahreshöchststände gegeben. Der Dax startet mit 3841 Punkten in die neue Woche, der Dow Jones mit 9862 Punkten. Die nun in Reichweite gekommenen Werte besitzen große psychologische Bedeutung. Auf mittlere Sicht würden die Marken zwar erreicht, sagen Fachleute – vor allem wegen der sich bessernden Konjunktur. Mit Erleichterung wird mit Blick auf Deutschland und Europa zudem angemerkt, dass der schwache Dollar den Börsen bisher wenig anhaben konnte. Doch gerade beim Dax liegen noch charttechnische Widerstände vor der 4000-Zähler-Marke. Von der Charttechnik versprechen sich Analysten, den zukünftigen Verlauf eines Index aus der Entwicklung der Vergangenheit bestimmen zu können.

Zudem verweisen Bankexperten in Europa und Amerika darauf, dass die Aufwärtsbewegung an Schwung verloren habe. Die Commerzbank warnt nach den jüngsten Gewinnen bereits vor einer Überhitzung und rät Anlegern, ihre Bestände durch Verkaufsorders abzusichern, die in Kraft treten, wenn ein bestimmtes Kursniveau unterschritten wird.

In dieser Woche dürfte in Deutschland der Streit über das Vorziehen der Steuerreform die Börse beschäftigen. Sollte die Reform scheitern, könnte dies Analysten zufolge dem Dax einen Dämpfer verpassen. Mangels wichtiger Unternehmenstermine stehen Konjunkturdaten aus den USA im Fokus. Am Dienstag tagt die Notenbank Fed, von der keine Zinsänderung erwartet wird. Am Donnerstag werden die amerikanischen Einzelhandelsumsätze veröffentlicht, Freitag folgt das Verbrauchervertrauen, das die Universität Michigan ermittelt.

Fondsmanager sehen Risiken

Laut Wall-Street-Experten müssen die Konjunkturdaten äußerst positiv ausfallen, um den Dow Jones über 10 000 Punkte zu hieven. „Wir brauchen sehr starke Konjunkturdaten, um die Marke zu knacken“, sagt Tim Stives, Portfolio-Manager der Vermögensverwaltung Ashland. Der Aufschwung dürfte bereits in den Kursen enthalten sein, sagen Analysten. Skeptisch ist auch Neal Epstein, Partner der New Yorker Vermögensverwaltung Avatar Associates. Die Hausse habe an Schwung verloren. Zwar hält er einen kurzfristigen Anstieg des Dow-Jones über 10 000 Punkte für möglich. Grundsätzlich rechnet er aber vorerst mit stabilen bis fallenden Kursen. „Wir halten derzeit mehr Baranteil, um einen möglichen Rückschlag abzufedern.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben