Wirtschaft : Die Börsianer trauen den Gewinnen nicht

Technischer Aufschwung möglich Wenig Hoffnung auf Zinssenkung

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Frankfurt (Main) (qdt/HB/tas). Nach der tagelangen Talfahrt der Börsen, ausgelöst durch IrakKonflikt und schlechte Unternehmensnachrichten, haben sich die großen Börsen in Europa am Ende der vergangenen Woche wieder etwas freundlicher gezeigt. Vor allem Versicherungswerte, die in der letzten Woche stark gelitten hatten, legten zu. Die Kursaufschläge zum Wochenschluss ermuntern nun einige Analysten zu optimistischen Kursprognosen für die nächsten Tage: So erwartet die Hamburgische Landesbank, dass eine Reihe von Unternehmen wie etwa Henkel bei der Veröffentlichung ihrer Zahlen die Erwartungen übertreffen und den Markt in den nächsten Tagen nach oben ziehen werden. Zudem rechnen die Analysten nach den Verlusten in der letzten Woche jetzt mit einer technischen Erholung. Den Dow-Jones-Index sehen sie Ende dieser Woche bei 7950 Punkten.

Optimistisch zeigt sich auch die DZ Bank: Die meisten Risiken seien im gegenwärtigen Kursniveau bereits eingepreist, meinen die Analysten. Ihr Rat: „Der risikoorientierte Investor soll sukzessive ausgesuchte Blue Chips kaufen.“ Doch gibt es weiterhin auch genügend pessimistische Stimmen, etwa Charttechniker wie Wieland Staud, der in Kürze einen Absturz des Dax unter 2000 Punkte erwartet. Auch die Commerzbank meint, die Situation werde weiter angespannt bleiben. Allerdings ergänzt die Bank, dem risikobereiten langfristig orientierten Anleger böten sich die Chancen, Aktien mit attraktiven Bewertung zu erwerben. Dazu gehörten insbesondere die Papiere von Daimler-Chrysler. Anleger sollten aber auf jeden Fall Limits ziehen, die automatisch Verkäufe auslösen. Klaus Deppermann von der ING-BHF-Bank sagt, in den nächsten Wochen sei eine erneute Schwächephase beim Dax zu befürchten.

Die Börsenwoche startet am Dienstag mit den endgültigen Halbjahreszahlen des Autobauers Porsche. Auch der Spezialchemiekonzern Degussa veröffentlicht seine Jahreszahlen. Am Mittwoch legen dann der Waschmittelkonzern Henkel und der Energieversorger Eon ihre Bilanzen vor. Geringe Auswirkungen sagen Experten der am Donnerstag anstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) voraus. Dabei sind sich die Experten uneinig, ob es schon an diesem Tag zu einer Senkung der Leitzinsen kommen wird. „Derzeit gibt es ebenso gute Gründe für wie gegen eine Zinssenkung“, sagte Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Hypo-Vereinsbank dem Handelsblatt. EZB-Chef Wim Duisenberg hatte im Vorfeld der Sitzung Signale für eine baldige Zinssenkung gegeben.

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