Wirtschaft : Die Brennstoffzelle speist den Kühlschrank

Rainer W. During

Die International Air Transport Association (IATA), hat ihren rund 230 Mitglieds-Fluggesellschaften, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs repräsentieren, vorgegeben, spätestens ab 2020 den rasanten Zuwachs dieses Verkehrszweiges emissionsfrei zu bewältigen. Bis 2050 soll der CO2-Ausstoß gegenüber 2005 halbiert werden.

Schon jetzt ist der Trend rückläufig, für 2009 rechnet die IATA mit 623 Millionen Tonnen CO2, 2007 waren es noch 671 Millionen. Verkehrsflugzeuge der neuesten Generation wie der Airbus A 380 verbrauchen bereits weniger als drei Liter Kraftstoff pro Passagier auf 100 Kilometer. Erste Probeflüge haben zudem gezeigt, dass die Triebwerke auch biologisch gewonnenen Kerosinersatz ohne technische Änderungen verbrennen können.

Brennstoffzellen, wie sie im Straßenverkehr im Einsatz sind, dürften wohl nie große Verkehrsjets in die Luft bringen. Allerdings hat Airbus bereits einen Flieger mit Zellen ausgerüstet, die Strom für Bordgeräte liefern. Hersteller entwickeln auch neuartige Triebwerke, mit denen Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen bis 2020 jeweils halbiert werden sollen. 2013 wollen Pratt & Whitney aus den USA und die deutsche MTU Aero Engines einen neuen Getriebefan, ein spezielles Mantelstromtriebwerk, auf den Markt bringen, das bis zu 15 Prozent weniger Kerosin verbraucht.

Die EU-Kommission verspricht sich auch viel vom Single-European-Sky-Programm. Bisher sind 47 verschiedene Flugsicherungsagenturen zuständig und es gibt viele militärische Sperrgebiete. Das führte 2007 zu Umwegen von 468 Millionen Flugkilometern und verursachte einen unnötigen CO2-Ausstoß von 4,7 Millionen Tonnen. Bis 2020 soll hier eine Vereinheitlichung die Schadstoffbelastung um zwölf Prozent reduzieren. Ab 2012 werden in der EU startende und landende Flugzeuge zudem in den Emissionshandel einbezogen. Airlines müssen dann Zertifikate in Höhe ihrer tatsächlichen CO2-Emissionen kaufen. Bereits ab 2010 müssen sie jährliche Emissionsberichte vorlegen. Rainer W. During

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