Wirtschaft : Die Briten sind fatalistisch - und wetten auf den Wechselkurs

Martin Pütter

Mögen Wetter und Fußball die Gesprächsthemen Nummer Eins und Zwei bei den Briten sein, so folgt an dritter Stelle der Euro. Wer auf einer Party oder in einem Pub für Stimmung sorgen will, muss nur über den Euro sprechen. Die Diskussion wird garantiert so hitzig wie im Unterhaus, wo sich die Labourregierung und konservative Opposition über den Euro streiten. In keiner anderen Frage gehen die Meinungen in Großbritannien derart auseinander wie in der Frage der Gemeinschaftswährung. Die Spaltung geht durch alle Parteien, durch die Medien und die Bevölkerung.

Das britische Umfrage-Institut MORI hat herausgefunden, dass knapp über 45 Prozent der Briten zur Anti-Euro-Fraktion zählen, während etwa 36 Prozent der Briten den Anschluss an Euroland befürworten. Doch allgemein dominiert Fatalismus. Früher oder später, das ist die vorherrschende Auffassung, wird Großbritannien der gemeinsamen Währung beitreten - vor allem dann, wenn Labour weiter an der Macht bleibt.

Schatzkanzler Gordon Brown und Premierminister Tony Blair, die sich beide zuletzt für den Euro stark gemacht haben, wird zugetraut, dass sie sich politisch durchsetzen. Blair wird die Opposition in den eigenen Reihen bis zum Referendum sicher im Griff haben. Außerdem wird Blair dann auf die Unterstützung der pro-europäischen Tory-Schwergewichte wie Michael Heseltine und Kenneth Clarke zählen können. Schwieriger wird es für die Labourregierung, die einflussreichen Medien wie das Boulevard-Blatt "The Sun" von Rupert Murdoch auf eine Euro-freundliche Haltung zu bringen.

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