Wirtschaft : Die Caravans ziehen weiter

WINFRIED MORITZ (HB)

DÜSSELDORF .Die neue Verkaufssaison der Caravan-Branche beginnt mit ihrer Leitmesse in Düsseldorf, die am Sonnabend begann und noch bis zum 4.Oktober dauert.Besucherzahlen und Kaufabschlüsse geben den 500 Ausstellern erste Hinweise, wohin die Reise geht.

Die Durststrecke von rund sieben Jahren war für viele der mittelständisch strukturierten Unternehmen zu lang.Der drei Jahre anhaltende Boom nach der Wiedervereinigung hatte zu einer starken Ausweitung der Kapazitäten geführt.Das erwies sich später als verhängnisvoll.Die Branche hat daraus gelernt und zugunsten der Zulieferer abgespeckt.So gut wie nichts, was sich im Innern der Fahrzeuge befindet, wird heute noch noch selber produziert.Durch die Zulieferer fließen Verbesserungen in die Fahrzeuge ein, die in Düsseldorf zu sehen sind: Weiterentwickelte Chassis mit Schlingerdämpfung und Seitenstabilisatoren, ABS, Airbag, Automatikgetriebe sind auf Wunsch erhältlich.

Steigender Komfort im Innern der rollenden Freizeitheime sind von der Bereitschaft der Käufer abhängig, mehr zu zahlen.In den Standardausführungen bleiben die Preise jedoch stabil.Hans-Jürgen Burkert, Präsident des Verbandes Deutscher Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller (VDWH) sieht denn auch ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis für die Käufer.Mit Erleichterung stellt der Verband zur Eröffnung des Caravan-Salons in Düsseldorf fest: Das Geld für Freizeitfahrzeuge sitzt wieder etwas lockerer.Bei Reisemobilen, wo Motorfahrzeug und Wohnbereich eine Einheit bilden, ist das am auffälligsten zu beobachten.

Vom 1.Oktober 1997 bis 31.Juli 1998 wurden über neun Prozent mehr Neufahrzeuge zugelassen als im entsprechenden Zeitraum der vorangegangenen Saison.Zusammen mit den 2512 Reisemobilen ergibt sich ein Absatz in Deutschland von rund 16 000 Fahrzeugen, deren Preise bei etwa 50 000 DM beginnen.Das teuerste in Düsseldorf zu sehende Vehikel ist mit 1,2 Mill.DM ausgezeichnet.Bei Wohnwagen, die von Pkw gezogen werden, hat sich die Talfahrt verlangsamt.Hier wurden in der laufenden Saison bisher 24 670 Einheiten neu zugelassen.Das entspricht einem Minus von 1,4 Prozent gegenüber einem Minus von 4,8 Prozent in der Vorjahressaison.Insgesamt rechnet der Verband für die Gesamtsaison mit einem Umsatz von 4,7 (4,6) Mrd.DM.Das Interesse am Caravaning sei ungebrochen, meint Verbandschef Hans-Jürgen Burkert.Den Konzentrationsprozeß in der Branche hält er für abgeschlossen.Es gebe jetzt nur noch drei dominierende Unternehmensgruppen: Die Tabbert Industrie AG (Tiag), deren Aktien vor einigen Monaten von der Knaus-Gruppe übernommen wurden.Zur Tiag gehören die Marken Tabbert, Wilk, FFB und Weinsberg.Zu Knaus gehören die Marken Knaus und Eifelland.Der dritte ist die Hymer AG, mit den Marken Hymer und Niesmann sowie den separat geführten Unternehmen Dethleffs, LMC Caravan und TEC Caravan.

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