• Die Chancen für Akademiker auf dem Arbeitsmarkt sinken Doch der Anteil an allen Arbeitslosen bleibt relativ gering

Wirtschaft : Die Chancen für Akademiker auf dem Arbeitsmarkt sinken Doch der Anteil an allen Arbeitslosen bleibt relativ gering

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Bonn (dpa). Für Akademiker hat sich die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert. Im Verhältnis zu allen Arbeitslosen stieg die Zahl der arbeitslosen Hochschulabsolventen im Jahr 2002 drastischer. Dies berichtete die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesanstalt für Arbeit am Montag in Bonn. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Akademiker lag in der Berichtszeit um 23,9 Prozent höher als 2001, während es bei allen Arbeitslosen einen Anstieg um 5,3 Prozent gab. Der Anteil der arbeitslosen Akademiker an allen Arbeitslosen betrug laut ZAV 5,7 Prozent (2001: 4,8 Prozent). Damit habe sich der seit zehn Jahren beobachtete rückläufige Trend bei dieser Quote nicht mehr fortgesetzt.

Die Zahl der bei den Arbeitsämtern angebotenen offenen Stellen für Akademiker ging im Jahr 2002 um 23 Prozent 126800 zurück. Zugleich sei die Anzahl der Bewerber gestiegen. Bereits 2001 hatte es bei den offenen Stellen einen Rückgang um elf Prozent gegeben. Besonders hart traf es 2002 die ITExperten – außer stark gefragten Systemprogrammierern – mit 44,2 Prozent weniger Angeboten. Gute Chancen auf eine Einstellung hatten Akademiker mit guten Examina und Fachkompetenz. Arbeitgeber setzten branchenspezifische Berufserfahrung, sichere Kenntnisse im Englischen und in gängiger Software für Bürokommunikation voraus. Fast die Hälfte der Stellenangebote entfiel 2002 auf Ingenieure (26,7 Prozent) sowie auf besonders qualifizierte kaufmännische und Verwaltungsberufe (22,2 Prozent). Es folgten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen (12,6 Prozent) sowie Humanmediziner (7,1 Prozent). Stellenzuwächse gab es für Fachlehrer an allgemein bildenden Schulen (plus 37,3 Prozent), Controller (plus 11,3 Prozent), Versicherungsfachleute (plus 9,3 Prozent) sowie Bank- und Sparkassenfachleute (plus 7,3 Prozent).

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