Wirtschaft : Die Chancen für eine Zinssenkung steigen

In dieser Woche tagen die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of England

-

New York (noh/fs/tor/HB). Der Druck für eine Zinssenkung (Lexikon, Seite 20) durch die führenden westlichen Notenbanken wächst. Während sich in den USA die Hinweise auf eine Lockerung der Geldpolitik nach enttäuschenden Signalen vom Arbeitsmarkt und aus der Industrie vom Freitag verdichtet haben, zeigen sich die Europäer noch unentschlossen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach Meinung der meisten Beobachter noch nicht bereit, der schwächelnden Wirtschaft mit billigerem Geld wieder auf die Beine zu helfen. Die Bank of England macht ihre Entscheidung offenbar vom Vorgehen der USNotenbank Federal Reserve (Fed) in Washington abhängig. Die Fed tagt am Mittwoch, die beiden anderen Zentralbanken folgen am Donnerstag.

Die Finanzmärkte in den USA haben eine Leitzinssenkung der Fed bereits fest eingeplant. Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Oktober und der Rückgang im Einkaufsverhalten der Industriemanager haben die Wahrscheinlichkeit für eine Lockerung um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Die Investmentbank Goldman Sachs rechnet damit, dass die Fed sogar einen halben Prozentpunkt kürzen wird. „Angesichts der Erfahrungen in Japan sollte die Fed ihre Munition lieber früher als später nutzen“, sagt Chefökonom Bill Dudley mit Blick auf deflationäre Tendenzen in der US-Wirtschaft.

Die Zinsen in den USA stehen mit 1,75 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. In der Eurozone liegt der wichtigste Leitzins bei 3,25 Prozent. Thomas Mayer, Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hält in Europa eine Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt in den nächsten drei Monaten für angebracht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar