• Die Chemieindustrie rechnet mit Produktionszuwächsen - neue Arbeitsplätze werden dadurch nicht entstehen

Wirtschaft : Die Chemieindustrie rechnet mit Produktionszuwächsen - neue Arbeitsplätze werden dadurch nicht entstehen

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Die Chemische Industrie in Deutschland hat zwar die Asienkrise überstanden und rechnet deshalb in diesem und vor allem im nächsten Jahr mit einem deutlichen Zuwachs der Produktion. Auf den Arbeitsmarkt wird sich das nach Einschätzung von Hans-Dietrich Winkhaus, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), aber kaum auswirken. Im Jahr 2000 gebe es die Chance für eine lediglich "leichte Beschäftigungserhöhung". Der Arbeitsplatzabbau werde aber gestoppt.

Im laufenden Jahr haben die Chemiefirmen allerdings weitere Stellen abgebaut. Im Durchschnitt der ersten neun Monate waren im Vergleich zum Vorjahr mit 477 000 rund 1,5 Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahresverlauf sei die Zahl der Arbeitsplätze aber konstant geblieben. Wie schon in der Vergangenheit verweist Winkhaus, im Hauptberuf Vorstandschef von Henkel, auf die starke Auslagerung von Tätigkeiten. Dienstleistungen im Wert von 50 Milliarden Mark habe die Chemiebranche 1998 von außen bezogen. Damit hingen rund 240 000 Arbeitsplätze - von denen 80 000 bis 100 000 früher zur Chemie zählten - indirekt von der Chemieindustrie ab.

Die wirtschaftlichen Aussichten der Branche haben sich deutlich aufgehellt, auch wenn der Umsatz in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 140,2 Milliarden Mark abgerutscht ist. Im Inland gab es sogar ein Minus von fünf Prozent. Aber nachdem die Chemieindustrie die, so Winkhaus, "teilweise massiven Auswirkungen" der Asienkrise überwunden hat, kletterte die Produktion von Januar bis September um 0,5 Prozent und damit wieder auf das Niveau der Zeit vor der Asienkrise. Bei den Erträgen allerdings gibt es nach wie vor Probleme. Die Rendite deutscher Chemiefirmen läge mit netto vier Prozent in diesem Jahr immer noch nur halb so hoch wie bei der Konkurrenz in den USA oder in Großbritannien.

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