Wirtschaft : Die Chronologie der gescheiterten Fusion

9. März: Die Deutsche Bank und die Dresdner Bank geben ihre Fusionsabsicht bekannt. Nach Beschluss der Vorstände soll der Zusammenschluss auf gleichberechtigter Basis ("Merger of Equals") erfolgen. Vorstandssprecher der neuen Großbank sollen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer und Dresdner-Bank-Chef Bernhard Walter werden. Am selben Tag bestätigen die Institute den geplanten Abbau von bis zu 16 000 Arbeitsplätzen. Die Allianz spielt bei der Fusionsvereinbarung eine maßgebliche Rolle und wird an der Börse als Gewinner des Zusammenschlusses gehandelt, während die Aktienkurse der Großbanken deutlich fallen.

14. März: Die Aufsichtsräte von Deutscher Bank und Dresdner Bank stimmen der Fusion zu.

21. März: Die Dresdner Bank gibt bekannt, sich im Zuge der Fusion von knapp vier Millionen "weniger vermögenden" Privatkunden trennen zu wollen. Kunden mit weniger als 200 000 Markt sollen von der Deutschen Bank 24 betreut werden.

5. April: Die Banken verkünden überraschend das Scheitern der Fusion. Die Dresdner Bank wirft der Deutschen die Nichteinhaltung von Absprachen vor. Insbesondere der von der Deutschen Bank betriebene Verkauf der Investmentbank Dresdner Kleinwort Benson ließ das Projekt platzen.

6. April: Dresdner-Bank-Chef Walter kündigt auf der Aufsichtsratssitzung des Instituts seinen Rücktritt an. Vorstandsmitglied Bernd Fahrholz soll zum 1. Mai seine Nachfolge antreten.

8. April: Die Allianz sucht weiterhin einen Partner für die Dresdner Bank, an der sie zu 22 Prozent beteiligt ist.

14. April: Drei Vorstände der Dresdner Bank treten zurück. Andreas Bezold, Gerd Häusler und Ernst-Moritz Lipp, die nicht dem Vorstand der fusionierten Bank angehören sollten, scheiden zum 15. Mai aus. Neue Vorstandsmitglieder sollen zum 1. Mai Andreas Georgi und Joachim Mädler werden. Georgi wird das Privatkundengeschäft von Joachim von Harbou übernehmen. Dieser ist künftig für das bisher von Bernd Fahrholz geleitete Firmenkundengeschäft verantwortlich.

14. April: Die Dresdner Bank führt ihre Banking Division Dresdner Kleinwort Benson künftig als eigenständige "virtuelle" Investment Bank. Eine rechtliche Verselbständigung ist nicht vorgesehen. Die Führung soll Leonhard Fischer übernehmen.

19. April: Die größte niederländische Bank ABN Amro weist Spekulationen zurück, sie sei an einer Übernahme der Dresdner Bank interessiert.

30. April: Berichte über eine angebliche Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank. Hintergrund ist der Erwerb eines Aktienpaketes durch die Gesellschaft Cobra, die von dem ehemaligen Dresdner-Vorstand Hansgeorg Hofmann geleitet wird.

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