Wirtschaft : Die DaimlerChrysler-Story stimmt wieder (Kommentar)

Henrik Mortsifer

"All-Time-High" - zu diesem geflügelten Börsenwort griff am Dienstag Jürgen Schrempp. Der DaimlerChrysler-Chef beschreibt den Umstand, dass es dem deutsch-amerikanischen Konzern so gut geht wie nie zuvor. Zumindest legt das die vorläufige Rekordbilanz im Fahrzeuggeschäft nahe. Schienen Schrempp und sein Co-Vorstand Eaton zuletzt den Mund bei der Darstellung ihrer Erfolge reichlich voll zu nehmen, helfen jetzt schlichte Zahlen dem angekratzten Image auf die Sprünge. Es läuft gut bei DaimlerChrysler. Besser als in der Branche insgesamt, die einem schwierigen Autojahr 2000 entgegen steuert. DaimlerChrysler will deutlich mehr Autos verkaufen und deutlich mehr dabei verdienen. 4,8 Millionen verkaufte Fahrzeuge zeigen, dass der auf der Automesse IAA im September zur Schau getragene Optimismus berechtigt war.

Mit Mercedes-Benz und Chrysler hat sich der Konzern im Pkw-Segment auf das konzentriert, was er am besten kann - und seine Stärken genutzt. Im Massengeschäft wird viel abgesetzt, aber wenig verdient. Darunter leiden insbesondere Opel und Ford. DaimlerChrysler kann an dieser Entwicklung vorbeiziehen und kommt in den Genuss der höheren Margen im Geschäft mit Luxusmobilen. Exklusivität zahlt sich hier aus. Dass beim Smart inzwischen beide Augen zugedrückt und die Absatzzahlen großzügig aufgerundet werden, scheint niemanden zu stören. Die vollständigen Zahlen werden zeigen, welchen Schaden die riesigen Anlaufverluste für den Kleinwagen in der Konzern-Bilanz angerichtet haben. Am Dienstag war keine Rede davon. Auch an der Börse nicht. Wie befreit griffen Anleger zu DaimlerChrysler-Aktien, die bis dato bei einem niedrigen Kurs festsaßen. Die "Story" stimmt wieder. Das allerdings will angesichts der Kurskapriolen in diesen Tagen noch nichts heißen.

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