Wirtschaft : Die Deutsche Börse gibt nicht auf

Satzung für Super-Börse mit Euronext vorgelegt

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Berlin - Die Deutsche Börse gibt im Fusionspoker nicht auf: Am Montag präsentierte der Börsenbetreiber einen Satzungsentwurf für die Schaffung einer neuen Super-Börse, die die Frankfurter gerne mit der Vierländerbörse Euronext aufbauen würden. Obwohl sich Management und Aufsichtsrat der Euronext (Paris, Brüssel, Amsterdam, Lissabon) für ein Zusammengehen mit der New Yorker Börse (Nyse) ausgesprochen haben, spekuliert die Deutsche Börse auf den Widerstand großer Aktionäre. Der Satzungsentwurf soll die Unentschlossenen von den Vorteilen einer europäischen Börsenfusion überzeugen.

„Bedeutende Interessengruppen beider Unternehmen“ unterstützten den Zusammenschluss, teilte die Deutsche Börse mit. Außerdem habe sich die Attraktivität einer Fusion aufgrund der Aktienentwicklung erhöht. Die Deutsche Börse bewertet das Euronext-Papier aktuell mit 72,17 Euro; die konkurrierende Nyse-Offerte liege bei nur 68,82 Euro je Aktie. Die Euronext-Anteilseigner sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden, für die es aber noch keinen Termin gibt.

In dem am Montag veröffentlichten Satzungsvorschlag für eine noch zu gründende Holdinggesellschaft mit Sitz in den Niederlanden kommen die Deutschen den Euronext-Aktionären entgegen. In wesentlichen Punkten wird die Euronext-Satzung übernommen. So soll im Falle eines Zusammengehens der Betrieb der lokalen Märkte unter nationalem Recht sichergestellt werden. Außerdem sollen beide Börsen gleichberechtigt im Aufsichtsrat und Vorstand der neuen Gesellschaft vertreten sein. „Der Zusammenschluss würde einen klaren Marktführer in der Branche schaffen und würde wesentlich zur weiteren Integration der europäischen Finanzmärkte beitragen“, teilte die Deutsche Börse mit. Die im Dax notierte Aktie fiel am Montag in einem schwachen Markt zuletzt um 1,3 Prozent. mot

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