• Die deutsche Irak-Politik belastet Lufthansa-Geschäft Vorstandschef Weber kündigt weitere Sparwelle an

Wirtschaft : Die deutsche Irak-Politik belastet Lufthansa-Geschäft Vorstandschef Weber kündigt weitere Sparwelle an

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Seoul (ro/dpa). Ein Krieg im Irak könnte nach Einschätzung von LufthansaChef Jürgen Weber ähnliche Auswirkungen haben wie der Golfkrieg 1991. „Wir erwarten einen ähnlichen Rückgang beim Passagieraufkommen wie während des Golfkrieges, als die Passagierzahlen um 20 Prozent sanken", sagte Weber am Montag in Seoul. Die Fluglinie sei dabei, Krisenpläne aufzustellen. Bereits Ende Januar hatte Lufthansa erklärt, wegen Sparmaßnahmen vieler Firmen bei den Reisekosten erwarte die Fluggesellschaft im laufenden Jahr keine Ergebnisverbesserung im operativen Geschäft. Weber geht von einem opperativen Gewinn für 2002 von 600 bis 650 Millionen Euro aus. Die Lufthansa wird voraussichtlich am 20. März ihre Zahlen vorlegen.

Der schon im letzten Quartal 2002 rückläufige Buchungs-Trend hat sich nach Angaben Webers in den ersten sechs Wochen des Jahres bestätigt. Dazu fürchtet Weber Einbußen im Amerika-Geschäft auf Grund der deutschen Irak-Politik: US-Geschäftsreisende hätten schon signalisiert, vorerst nicht mehr mit der Kranich-Airline zu fliegen. Zudem sind die Treibstoffpreise allein in den letzten drei Monaten um ein Drittel gestiegen, selbst mit ihrem bewährten Vorsorgemanagement kann Lufthansa nur einen Teil der Belastungen abfedern. Die geplante Mehrwertsteuer auf Flüge und die Besteuerung des Vielflieger- Programms Miles&More könnten herbe Einbußen nach sich ziehen. Daneben muss Lufthansa 30 Millionen Euro für schusssichere Cockpit-Türen aufwenden. In den USA nimmt die Regierung den Airlines diese Kosten ab.

Offen ist auch das Ergebnis der Tarifverhandlungen. Seit vergangenen Freitag bemüht sich Schlichter Klaus von Dohnanyi um eine Einigung. All das gefährdet die Wachstumspläne der Lufthansa für 2003. Webers oberste Devise lautet deshalb, wie er in Seoul bekräftigte: Kosten runter und sparen. Mit Beginn des Sommer-Flugplanes werden insgesamt 21 Jets außer Dienst gestellt. Möglicherweise wird auch nichts aus den eigentlich geplanten 1800 Neueinstellungen. Schon am Mittwoch könnte der Vorstand einen Einstellungsstop beschließen. „Wir brauchen weitere Maßnahmen, wenn wir den Negativtrend stoppen wollen. Wir müssen schnell und pragmatisch reagieren“, sagte Weber in Seoul.

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