Wirtschaft : Die Deutsche Post erwartet mehr Gewinn

Bernd Hops

Berlin - Die Deutsche Post rechnet damit, auch 2005 deutlich mehr zu verdienen als im Vorjahr. Der Konzern bekräftigte am Dienstag bei der Vorlage des Geschäftsberichts für 2004 seine bisherigen Ziele. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) soll in diesem Jahr mindestens 3,6 Milliarden Euro erreichen, nach 3,35 Milliarden im abgelaufenenen Jahr. Unter dem Strich soll der Gewinn sogar dank neuer Bilanzregeln, die ab diesem Jahr gelten, und einer anhaltend niedrigen Steuerquote erstmals zwei Milliarden Euro überschreiten und damit mindestens 500 Millionen Euro höher liegen als zuletzt.

Postchef Klaus Zumwinkel stellte denn auch den Aktionären für 2005 eine höhere Dividende in Aussicht. Schon für das vergangene Jahr können die Aktionäre mit 0,5 Euro je Aktie rechnen (plus 13,6 Prozent).

Größter Gewinnbringer war wie bisher die Sparte Brief, in der die Post in Deutschland bis Ende 2007 noch weitgehend ein Monopol im Ausgleich für die Pflicht zur flächendeckenden Versorgung hat. Bei einem Umsatz von 12,7 Milliarden Euro lag das Ebita bei 2,08 Milliarden Euro. Dagegen erwirtschaftete die Sparte Express, zu der auch die defizitäre US-Tochter gehört, bei einem Umsatz von fast 17,8 Milliarden Euro lediglich ein Ebita von 367 Millionen – und hielt damit trotz Umsatzsteigerung nur das Vorjahresergebnis. Besser entwickelte sich die Logistiksparte, deren Ebita um 75 Millionen Euro auf 281 Millionen zulegte. Ebenfalls stark präsentierte sich – wie berichtet – die Postbank. Express, Logistik und Finanzdienstleistungen wurden von Zumwinkel in den vergangenen Jahren aufgebaut, um neue Standbeine vor dem Auslaufen des Briefmonopols zu schaffen. In allen Sparten will die Post weiter expandieren.

Holger Bosse, Analyst bei Helaba Trust, sagte dem Tagesspiegel, die Post sei auf dem richtigen Weg. Der Konzern habe seinen Briefbereich im Ausland gestärkt. Die Rückschläge bei der internationalen Expansion, weil der Konzern etwa in Belgien und Dänemark nicht zum Zuge komme, seien zu vernachlässigen. Außerdem würden die möglichen Auswirkungen der Öffnung der Briefmärkte in der EU überschätzt. „Ein Verteilnetz aufzubauen, ist nicht gerade billig“, sagte Bosse. Man werde die Öffnung zwar sehr wahrscheinlich an den Ergebnissen ablesen, doch bleibe der Post auch nach 2008 noch Zeit, sich auf den Wettbewerb einzustellen. An der Börse wurde der Optimismus geteilt. Der Kurs der Postaktie stieg bis zum Handelsschluss um 3,13 Prozent auf 18,80 Euro.

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