Wirtschaft : Die Deutschen kaufen immer weniger neue Autos Export bleibt stabil BMW rechnet mit höherem Absatz

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Frankfurt (Main)/München (dpa). Die deutschen Autobauer haben zum Jahresauftakt einen Kaltstart erwischt. Die Auftragseingänge im Inland fielen im Januar 2003 um neun Prozent schlechter aus als im Vorjahr, berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt.

Die ausländische Nachfrage erreichte dagegen mit minus einem Prozent fast das gute Vorjahresniveau. Dank des Auslandsgeschäftes blieb die PkwProduktion auf hohem Niveau. Mit 410 800 Einheiten wurden im Jahresvergleich ein Prozent mehr Fahrzeuge hergestellt. Da es einen Arbeitstag weniger gab, verließen sogar sechs Prozent mehr Autos die Bänder als im Vergleichsmonat. Die Neuzulassungen im Inland fielen mit 237 000 Einheiten um drei Prozent schlechter aus. „Trotz neuer Modelle und erheblicher Kaufanreize ist es den Herstellern nicht gelungen, den seit drei Jahren anhaltenden negativen Absatztrend zu stoppen“, bilanzierte der VDA.

Die weltweite Konjunkturflaute, die Arbeitslosigkeit, die gestiegenen Sozialabgaben und höhere Kraftstoffpreise bremsten weiterhin die Nachfrage. 99 Prozent aller inländischen Käufe seien nur dazu da, einen alten Wagen zu ersetzen, konstatierte der Verband. Mit fast 45 Millionen Autos gilt der deutsche Markt als gesättigt. Auch die schwelende Diskussion um die Erhöhung der Firmenwagensteuer wirke bremsend. „Die Kunden überprüfen ihre Dispositionen, stornieren Aufträge und verschieben die Bestellung von Neuwagen“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Er forderte eine schnelle Entscheidung, statt das Thema monatelang zu verschleppen.

Außerhalb Deutschlands wurden im Januar 301 000 Fahrzeuge verkauft. Damit liegt die Exportquote der Autohersteller mittlerweile bei 73 Prozent. Bei der Produktion von Nutzfahrzeugen gab es einen deutlichen Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Januar 2002. Allerdings waren vor einem Jahr auch sehr wenige Lkw und Busse gefertigt worden. Auch hier wirkte sich der Export mit plus acht Prozent positiv aus.

Unterdessen teilte BMW mit, im laufenden Jahr werde sowohl beim Mini als auch bei der Stammmarke BMW mit einer Absatzsteigerung gerechnet. Dabei geht BMW vor allem wegen der Einführung des neuen 5ers von einer wachsenden Dynamik im zweiten Halbjahr aus. Wegen der Modellwechsel und der Kaufzurückhaltung sank im Januar der Absatz der Marke BMW allerdings um 7,5 Prozent auf 64 800 Fahrzeuge.

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