Wirtschaft : Die Dividende sollen dennoch auf Vorjahresniveau gehalten werden

Das Unternehmen will die sinkenden Umsätze durch verbesserte Kostenstrukturen und den Auftritt auf neuen Märkten kompensieren

Beim Berliner Energieversorger, der Bewag AG, stagniert der Gewinn. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 1999/2000 (30. Juni) erzielte das Unternehmen bei einem Rückgang der Strom- und Wärmeerlöse mit 36 Millionen Mark (18,36 Millionen Euro) ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Die Bewag bekräftigte am Montag in einem Zwischenbericht, dass sie die Dividende trotz hoher Belastungen aus dem Wettbewerb auf Vorjahresniveau halten will.

Nach den Worten von Finanzvorstand Bernd Balzereit will die Bewag sinkende Umsätze durch verbesserte Kostenstrukturen und den Auftritt auf neuen Märkten kompensieren. "Wir beobachten intensiv alle Märkte", sagte Balzereit am Montag. Anfang Dezember wolle die Bewag eine Partnerschaft für den Tarifkundenmarkt vorstellen. Zugleich entlaste die Bewag ihre Kostenseite mittelfristig deutlich über einen zügigen Personalabbau. Die Bewag verfolge äußerst aufmerksam, ob die künftigen Energieriesen Veba/Viag und RWE/VEW im Zuge ihrer Fusionen vom Kartellamt zur Abgabe von Anteilen am ostdeutschen Energieversorger Veag gezwungen werden. "Wir sind interessiert und sondieren", sagt der Finanzchef. Bislang hält die Bewag an der Veag rund 6,25 Prozent. Allerdings müssten für eine stärkere Beteiligung einige Bedingungen geklärt werden, da die Veag in den nächsten fünf bis sechs Jahren für die enormen Investitionen in einen modernen Kraftwerkspark einen hohen Kapitaldienst zu leisten habe. Für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 werde wegen des Wettbewerbs auf dem Berliner Strommarkt ein Rückgang der Stromerlöse erwartet. Dank Kostensenkungen und zusätzlicher Umsatzerlöse außerhalb Berlins werde aber insgesamt ein Ergebnis erwartet, das die Ausschüttung einer Dividende in Höhe des Vorjahres von 1,10 Mark erlaube. Im ersten Quartal sanken die Stromerlöse um 3,6 Prozent auf 667 Millionen Mark. Der Stromabsatz kletterte in der gleichen Zeit von 2975 auf 3009 Gigawattstunden. Im Wärmegeschäft führte der witterungsbedingte Absatzrückgang zu einer deutlichen Senkung der Umsatzerlöse auf 13,7 Prozent auf 132 Millionen Mark. Insgesamt gingen die Umsatzerlöse um drei Millionen Mark auf 848 Millionen Mark zurück.

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