Wirtschaft : Die drei Vorstände Bezold, Lipp und Häusler gehen - Commerzbank bekundet Interesse

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Der Vorstand der Dresdner Bank wird umgebaut. Die drei Vorstandsmitglieder Andreas Bezold, Ernst-Moritz Lipp und Gerd Häusler haben den Aufsichtsrat gebeten, sie mit Wirkung zum 15. Mai von ihren Aufgaben zu entbinden.

Schon seit Tagen war darüber spekuliert worden, dass es nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank und dem Rücktritt von Vorstandschef Bernhard Walter zu weiteren Konsequenzen im Vorstand der Dresdner Bank kommen würde. Lipp und Häussler sollen verärgert darüber sein, dass sie bei der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank nicht für den gemeinsamen Vorstand vorgesehen waren. "Es kann nicht gut gehen, wenn es im Vorstand künftig Mitglieder erster und zweiter Klasse gibt", sagte ein Vertrauter der Vorstände. Auch Heinz-Jörg Platzek und Andreas Bezold waren nicht auf der Liste des künftigen Vorstands der neuen Deutschen Bank. Platzeks Vertrag, der zum Jahresende ausläuft, wird nicht verlängert, teilte die Bank am Donnerstag mit.

Neu in den Vorstand sollen Joachim Mädler und Andreas Georgi aufrücken. Georgi war bis Ende des vergangenen Jahres persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Reuschel & Co in München und wechselte dann in das Privatkundengeschäft der Dresdner. Er wird nun im Vorstand für diese Sparte zuständig sein. Mädler, der bereits der Führung in der Vermögensverwaltung angehörte, wird diese Position nun im Vorstand übernehmen.

Der während der Fusionsgespräche in die Diskussion geratene Vorstand Joachim von Harbou wird das Privatkundengeschäft abgeben und künftig für die Firmenkunden zuständig sein. Der künftige Vorstandssprecher Bernd Fahrholz, der sein Amt am 1. Mai antreten wird, will außerdem die "Managementstruktur" im Invesment-Banking ändern. Einzelheiten dazu wurden jedoch vorerst nicht bekannt. Die Leitung des Bereichs soll Leonhard Fischer übernehmen, der bisher im Vorstand für die Vermögensverwaltung zuständig war.

Nachdem an der Eingliederung der Investment-Tochter Dresdner Kleinwort Benson in die neue Deutsche Bank die Fusionsgespräche gescheitert waren, will Fahrholz ihr nun mehr Eigenständigkeit verschaffen. Dabei wurde darüber spekuliert, dass es aus rechtlichen und steuerlichen Gründen nicht zu einer echten Ausgründung kommen werde, sondern nur zu einer organisatorischen Neuordnung. Allerdings gibt es auch Gerüchte, nach denen die Investmentbank sogar an die Börse gebracht werden soll.

An der Börse wird darüberhinaus darüber spekuliert, welche Bank als nächste mit der Dresdner Bank kooperieren könnte. Nachdem bereits die Citibank genannt worden war, taucht nun auch immer wieder die Commerzbank als möglicher Partner auf. Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen betonte am Donnerstag, dass man für Gespräche offen sei. Er könne sich gut vorstellen, dass die beiden Institute zusammen passen würden. Die bisher von ihm bevorzugte Strategie der europäischen Partnerschaften sei nur die "zweitbeste Option". Die beste Lösung wäre eine "Kräftebündelung auf einheimischer, nationaler Ebene".

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