Wirtschaft : Die eigenen vier Wände werden billiger

Landesbausparkassen legen neue Preisübersicht vor / München bleibt an der Spitze

Bonn(dpa).Niedrige Eigenheimpreise, günstige Zinsen und die Angst vor dem Euro werden die Nachfrage nach Wohnimmobilien nach Einschätzung der Landesbausparkassen (LBS) stark beflügeln.Darauf haben in Bonn LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm und der Immobilienexperte Claus-Günther Richardt hingewiesen.Sie legten eine aktuelle Preisübersicht für Bauland sowie neue und gebrauchte Eigenheime und Eigentumswohnungen vor.München bleibt die "Preis-Hauptstadt für Wohnimmobilien". Hamm kündigte ein vermehrtes Angebot von "1000-DM-Häusern" an.Die Nachfrage nach günstigen Eigenheimen sei groß.Inzwischen seien Einfamilienhäuser für 250 000 DM zu haben.Bei dem heutigem Zinsniveau und der steuerlichen Förderung seien sie mit anfänglich 1000 DM monatlich oder weniger zu finanzieren."Damit werden die eigenen vier Wände für die meisten Interessenten eine bezahlbare Alternative zur Miete." Hamm betonte, die Steuerreform führe zunächst zu Vorzieheffekten im Mietwohnungsbau.Bei neu gebauten Wohnungen seien 1996 in Westdeutschland erstmals wieder mehr als 40 Prozent für Selbstnutzer genehmigt worden, der Rest zur Vermietung. In den meisten Städten bis 500 000 Einwohner ermittelten die Bausparkassen in den ersten drei Monaten eine Bandbreite der Kaufpreise für neu errichtete Reiheneigenheime zwischen 400 000 und 500 000 DM (ohne Extremwerte).Das seien fünf bis zehn Prozent weniger als vor einem Jahr.Der Durchschnittspreis der LBS-Immobilien-Gesellschaften lag unter 350 000 DM, bei gebrauchten Reiheneigenheimen wie im Vorjahr zwischen 310 000 und 320 000 DM.Ein Engpaß seien weiterhin die Grundstüêke, da die Kommunen immer noch zu wenig Bauland auswiesen. "Auch der Euro spricht für Investitionen in die Sachwerte", widersprach Richardt den Stabilitätsprophezeihungen der Regierung.In der Bevölkerung gebe es zum Teil "erhebliche inflationäre Erwartungen".Hamm fügte hinzu: "Wir treten eindeutig für eine Stabilitätsgemeinschaft ein." Es gebe aber "gewisse Sorgen" über ihr Gelingen in den einzelnen EU-Ländern.Sichtbar werde das an dem starken Zinsgefälle.Auch der Mietwohnungsbau bleibe rentabel.Unter Beachtung der Mieteinnahmen seien Renditen von vier bis fünf Prozent realistisch.Einschließlich der Wertsteigerungen seien auch sechs Prozent im Anlagevergleich günstig. Die Immobiliengesellschaften der LBS (LBS-i) sind nach Angaben von Richardt mit einem Umsatzvolumen von knapp 36 000 Objekten im Gesamtwert von fast 10 Mrd.DM (1996) die größte Vermittlergruppe von Wohnimmobilien in Deutschland.Deshalb sei die Untersuchung vom März in allen 14 Großstädten mit über 500 000 Einwohnern und über 100 weiteren Städten im gesamten Bundesgebiet repräsentativ. In Freiburg, Heidelberg oder Konstanz müssen der Erhebung zufolge teilweise schon deutlich über 1000 DM pro Quadratmeter für baureife Grundstücke gezahlt werden, auf denen freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet werden sollen.150 DM sind dagegen in mittelgroßen Städten Norddeutschlands wie Flensburg, Goslar, Lüneburg, Rendsberg, Salzgitter oder Wolfsburg zu zahlen.Gebrauchte Reiheneigenheime sind nicht immer günstiger als Neubauten zu haben.So liegen die Kaufpreise in Bergisch-Gladbach, Gelsenkirchen, Fürth oder Hanau zwischen 400 000 und 500 000 DM.Lange Zeit kletterten die Preise für Eigentumswohnungen.Binnen Jahresfrist sind sie aber im Schnitt um zehn Prozent billiger geworden.In den meisten Städten kommt es zu Preisen von 4000 DM pro Quadratmeter.Gebrauchte Objekte liegen vielfach einen Tausender darunter.In Berlin-West, Essen, Hannover oder Stuttgart sind sie für 3400 bis 3500 DM zu haben.

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