Wirtschaft : Die Endphase der Übernahmeschlacht hat begonnen

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Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone-Airtouch fürchtet in der Endphase der Übernahmeschlacht um Mannesmann offenbar um seinen Finanzstatus. Das Unternehmen hat gestern seinen Schuldnern eine ungewöhnliche Garantie gegeben: Besitzer von Vodafone-Schuldpapieren werden auch bei einer Rückstufung des Konzerns im Kredit-Ranking keine finanziellen Nachteile haben, teilte das Unternehmen in London mit. Bisher ist der Mobilfunkriese mit "Single A" bewertet (die beste Bewertung ist "Triple A"), allerdings haben Ratingagenturen wie Fitch IBCA den Konzern bereits auf ihre Beobachtungsliste gesetzt. Dies ist die Vorstufe für eine Abwertung in der Kreditwürdigkeit.

Eine solche Herabstufung könnte die Mannesmann-Übernahme durchaus ins Wanken bringen. Zum einen müsste Vodafone-Chef Chris Gent Einbußen beim Aktienkurs fürchten, zum anderen würden Investoren abgeschreckt. Nach Vodafone-Angaben gilt die Garantie für Anleihen im Wert von 1,6 Milliarden Dollar und 400 000 Mark. Zudem plant der Konzern die Platzierung eines neuen Bonds im Wert von vier bis fünf Milliarden Dollar, der in den USA vermarktet werden soll. Dies wäre der bisher größte Dollar-Bond einer britischen Firma.

Erneut machten Spekulationen die Runde, der Konzern könne damit auch eine Bar-Offerte für die Mannesmann-Aktionäre finanzieren. Dies hat Vodafone-Chef Chris Gent bisher stets abgelehnt, der Kauf von Mannesmann solle nicht mit neuen Schulden finanziert werden. Das Aktientausch-Angebot Vodafones an Mannesmann gilt bis zum 7. Februar um 24 Uhr. Dies stellte die Übernahmekommission der Deutschen Börse auf Nachfrage des Handelsblatts klar. Bis zu diesem Zeitpunkt können Aktionäre ihre Entscheidung der Depotbank bekannt geben. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, Aktionäre müssten bereits einige Tage vor Ablauf der Angebotsfrist Bescheid geben, damit ihr Auftrag wirksam werde.

Eine Verlängerung der Angebotsfrist an Mannesmann-Aktionäre gebe es nur dann, wenn ein entsprechender Antrag innerhalb der ursprünglichen Laufzeit gestellt werde, also ebenfalls bis zum 7. Februar um 24 Uhr, sagte eine Sprecherin der Kommission. Bei einer bis dahin erreichten Umtauschquote von 20 Prozent halte die Kommission die Verlängerung nicht für sinnvoll, bei 49 Prozent umgetauschter Anteile dagegen sehr wohl. In Interviews nach der Vodafone-Hauptversammlung am Montag hatte Gent angekündigt, dass sein Unternehmen eine Verlängerung der Frist prüfen werde, wenn am 7. Februar das Ziel, 50 Prozent plus eine Aktie nicht erreicht werde.

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