Wirtschaft : Die Enkel als Autosanierer

Alfons Frese

Der eine kommt, der andere geht bald. Der eine verabschiedet sich mit einem Rekordgewinn, der andere muss ein Riesenunternehmen sanieren: Zwei Enkel, von denen der eine den größten Autohersteller Europas geprägt hat und der andere den zweitgrößten Hersteller der Welt umdrehen muss: VW-Chef Ferdinand Piëch hat sich aus dem Schatten seiner Großvaters Ferdinand Porsche befreit, mit William Clay Ford Jr. übernimmt erstmals nach gut 20 Jahren wieder ein Familienmitglied die Führung der Ford Motor Company. Der Mut spricht für den "kleinen" Ford, denn er setzt sich in schwieriger Zeit an die Spitze: In den USA verliert Ford Marktanteile, Qualitätsprobleme und Reifenrückrufe haben das Image beschädigt, Überkapazitäten erfordern den Abbau von Tausenden Stellen in Nordamerika, und das wichtigste Auto des Konzerns, der Explorer, wird von Konkurrenzprodukten bedrängt. Immerhin ist die Premier Automotive Group mit den Marken Jaguar, Volvo, Land Rover und Austin Martin gut aufgestellt und immerhin hat Ford in Europa die Wende geschafft. So fahren die Ford Werke in Köln für den neuen Fiesta Sonderschichten. Aus den Erfahrungen in Europa kann Ford lernen: Angepasste Kapazitäten und Modelle wie Focus, Mondeo und Fiesta müssen her. Und dass Ford Jr. schon gelernt hat, zeigt die Berufung des ehemaligen Ford-Chefs von Europa zu seinem Vize. Schließlich ist Geduld gefragt: Ein Autounternehmen mit neuen Produkten und niedrigen Kosten wieder profitabel zu machen, dauert ein paar Jahre. Das kann der Ford-Enkel von dem Porsche-Enkel lernen.

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