Wirtschaft : Die ersten Berliner für die Expo

23 Ausstellungsprojekte ausgewählt / Ökologie steht im Mittelpunkt / Weitere Beiträge möglich BERLIN (alf).Die Vorbereitungen Berlins für die Expo 2000 kommen in Gang.Am Mittwoch wurden im Roten Rathaus die Verträge für die ersten 23 Berliner Projekte im Rahmen der Weltausstellung unterzeichnet.Vom Stadtentwicklungsgebiet Rummelsburger Bucht über eine "ökologische Lkw-Waschanlage" bis zur Plattenbausanierung in Hellersdorf stehen Umweltaspekte im Vordergrund.Dabei werden die Berliner Expo-Beiträge nicht in Hannover zu sehen sein, sondern sollen Schaulustige an die Spree locken.Christian Ahrens, sogenannter Leiter weltweite Projekte Deutschland der Expo, betonte in dem Zusammenhang, für die Ausstellung werde "die Infrastruktur der Hauptstadt in vollem Umfang genutzt".Nach der Fertigstellung der neuen Bahntrassse im Jahr 2000 würden die ICE-Züge nur noch eine Stunde und 40 Minuten von Berlin nach Hannover brauchen.Deshalb würden viele Besucher neben dem Weltausstellungsgelände auch die Projekte in Berlin aufsuchen.Ferner würden die Hotelkapazitäten an der Spree genutzt: Ahrens rechnet im Verlauf der Expo mit "mehr als 100 000 Übernachtungen pro Tag"; da in Hannover jedoch nur Kapazitäten für maximal 20 000 vorhanden seien, verteilten sich die übrigen auf die Umgebung inklusive Berlin. Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Branoner erklärte anläßlich der Registrierung der Berliner Beiträge, die "so oft beklagte Innovationslücke in Berlin" sei von den Projektträgern "erkannt und geschlossen worden".Die Expo fungiere als "hervorragende Marketingplattform"; mit den 23 Berliner Vorhaben hänge ein Investitionsvolumen von mehr als zehn Mrd.DM zusammen.Die 23 Beiträge waren in einem ersten Ausschreibungsverfahren unter 110 eingereichten Vorhaben ausgewählt worden; in einer zweiten Ausschreibung wurden weitere fünf ausgesucht, für eine dritte Runde können Interessierte derzeit in der Wirtschaftsverwaltung die Unterlagen anfordern (Tel.: 7876-3611)."Wir machen uns virtuell und ideell und damit real zu einem dezentralen Expo-Bestandteil", erläuterte Branoner etwas umständlich den Anspruch Berlins. Nach Angaben Ahrens haben Expo-Exponate folgende Kriterien zu erfüllen: "Sie müssen innovativ und lösungsorientiert sein und Möglichkeiten aufzeigen für eine lebenswerte Zukunft." Zu den Berliner "Ausstellungsstücken" gehört das Technikmuseum, respektive der Neubau des Museums.Dabei soll eine Architektur entwickelt werden, "die nach neuesten Umwelttechniken konzipiert ist".Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Verkehr sollen im Stadtentwicklungsgebiet Rummelsburger Bucht "auf ökologisch sinnvolle Weise miteinander verknüpft werden".Das neue, am Anhalter Bahnhof geplante Tempodrom soll als "Veranstaltungsbau nach ökologischen Kriterien" vorgestellt werden.Ferner, so steht es in der Expo-Mitteilung, werde das Tempodrom "internationale kulturelle Events miteinander vernetzen, deren Besucher zu interaktiven Teilnehmern machen und einen Veranstaltungsort mit einer Liquid Sound Unterwasser Licht- und Tonlage" abgeben.Im High-Tech-Bereich ist Berlin mit dem Kunstherz der Mediport Kardiotechnik sowie einem Operationssaal der Zukunft vertreten.Das "Gläserne Labor" des biomedizinischen Forschungscampus "soll einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, sich über die Gentechnik und ihren Einsatz in der modernen Biomedizin sowie über deren Chancen und Risiken zu informieren".

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