Wirtschaft : Die ersten Daimler-Zahlen in Euro schon 1999

Konzern spart durch die neue Währung jährlich 100 Mill.DM BERLIN (jojo).Der durch die Einführung des Euro stärker werdende Konkurrenzdruck hat nach Einschätzung von Manfred Gentz für Unternehmen durchaus positive Seiten.Die Wettbewerbsposition werde zukünftig durch unvorhersehbare und nicht beeinflußbare Verschiebungen nicht mehr verfälscht, sagte der Finanzvorstand der Daimler-Benz AG am Freitag abend in Berlin.Die Kosten der Währungsumstellung für den Stuttgarter Konzern bezifferte Gentz, der auch Euro-Beauftragter des Unternehmens-Vorstands ist, auf mehr als 200 Mill.DM.Der hohe Aufwand sei durch Einsparungen von jährlich rund 100 Mill.DM jedoch gerechtfertigt; soviel gibt Daimler-Benz jedes Jahr an Transaktions- und Währungssicherungskosten aus. Gentz betonte, daß Daimler-Benz vom ersten Januar kommenden Jahres an auf den Euro als Hauswährung umstellen werde.Das gesamte interne Zahlenwerk werde dann in der neuen Währung geführt.Mit dem Halbjahresbericht 1999 werde das Unternehmen erstmals mit aktuellen Euro-Zahlen an die Öffentlichkeit gehen.Ferner werde bereits der Jahresabschluß für das laufende Jahr in Euro umgerechnet.Da die Sozialversicherungsträger noch "völlig ungenügend" auf den Euro vorbereitet seien, "werden wir auf dem Personalabrechnungssektor bis 2001 voraussichtlich weitgehend in D-Mark operieren müssen", so Gentz.Die Mitarbeiter würden dennoch alle wesentlichen Informationen ab 1999 auch in Euro erhalten. Die Vorbereitung der öffentlichen Hand in Deutschland auf den Euro nannte Gentz "beschämend".Viele andere Länder würden Steuererklärungen vom kommenden Jahr an in dem neuen Geld akzeptieren.Deutschland dagegen hinke hinterher."Das ist politisch fast ein Skandal, daß der Staat das, was er propagiert, nicht ausführen kann," sagte Gentz.Er kritisierte auch, die Ängste der Menschen in Bezug auf den Euro für Wahlkampfzwecke zu mißbrauchen.Stattdessen bedürfe es sachlicher Information, um die Bedenken auszuräumen. Für Daimler-Benz erwartet Gentz "per saldo ein positives Resultat" durch den Euro.Bei den Preisen "trifft man sich allerdings auf dem niedrigsten Niveau" in Europa.Für Daimler bedeute dies, die Preisunterschiede für seine Produkte innerhalb der EU schon heute möglichst klein zu halten.

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