Wirtschaft : Die EU-Kartellprüfung steht noch aus

Die Schweizer SAirGroup, der Mutterkonzern der Swissair, will Mehrheitsaktionärin der belgischen Fluggesellschaft Sabena werden. Der für Staatsbeteiligungen zuständige belgische Minister Rik Daems und Hannes Goetz, Verwaltungsratspräsident der SAirGroup, unterschrieben am Mittwoch in Brüssel einen entsprechenden Vertrag. Danach wird die Muttergesellschaft von Swissair und Crossair ihre Beteiligung an Sabena von derzeit 49,5 Prozent auf 85 Prozent aufstocken.

Der Anteil des belgischen Staates an der Fluglinie sinkt damit von 50,5 auf 15 Prozent. Gleichzeitig erhält Brüssel 3,3 Prozent der SAir-Aktien und wird damit größter Einzelaktionär des Schweizer Unternehmens. Außerdem halte der belgische Staat eine Option, um seinen Anteil an der SAir auf 5,5 Prozent zu erhöhen, wenn er die restlichen 15 Prozent an Sabena zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen sollte, hieß es in Brüssel zu den Einzelheiten des Aktientausches.

Voraussetzung für die Übernahme der Sabena-Anteile durch den Züricher Luftfahrtkonzern ist jedoch, dass die Schweizer Bürger bei einer Volksabstimmung am 21. Mai den bilateralen Verträgen der Schweiz mit der Europäischen Union zustimmen. Ohne diese Verträge kann die SAirGroup keine Mehrheitsbeteiligung am Flugunternehmen Sabena erwerben. Außerdem muss die Transaktion der Luftfahrtkonzerne noch von den europäischen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Swissair und Sabena arbeiten bereits seit Jahren eng zusammen und hatten im vergangenen Jahr sogar ihre Informatik-Abteilungen zusammengelegt. Die beiden Unternehmen bilden zusammen den Kern der "Qualiflyer-Allianz", zu der unter anderem auch die Schweizer Regional-Airline Crossair und Turkish Airlines gehören.

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