Wirtschaft : Die Euro-Geldkarte läßt auf sich warten

ROLF OBERTREIS

Auch die Geldkarte oder eine ec-Karte mit einem entsprechenden Chip - insgesamt sind das derzeit hierzulande gut 20 Mill.Karten - sind ab dem 1.Januar 1999 im Prinzip Euro-tauglich.Das liegt nicht an den Karten selbst, sondern an den Terminals in Geschäften, Hotels oder Tankstellen: Die werden von den Banken zügig, aber spätestens bis Mitte 2000 mit einem eurofähigen Chip ausgestattet.Ein kompletter Austausch der Terminals ist nicht notwendig.Der neue Chip für die Abrechnungsgeräte erkennt, in welcher Währung der Betrag auf der Geldkarte gespeichert ist und rechnet in Sekundenbruchteilen in Euro um, sofern der Kunde in Euro bezahlen will.Ähnlich fit werden bis Mitte 2000 auch die Geldautomaten sein, an denen die Chipkarten aufgeladen werden können.Auch die Geldautomaten rechnen den gewünschten Betrag, sofern nur eine DM-Chip-Karte vorliegt, automatisch in Euro um.Der Chip auf der Geld- oder EC-Karte selbst registriert derzeit nur einen Betrag, aber keine Währungseinheit.Er ist damit nur auf D-Mark ausgelegt.Auf den neuen Geld- und EC-Karten, die in den nächsten drei Jahren nach Ablauf der jeweiligen Gültigkeit die alten Karten nach und nach ersetzen werden, ist dann ein Chip aufgebracht, der auch verschiedene Währungen speichern kann.Trotzdem wird die Geldkarte und eine EC-Karte mit Chip in den nächsten Jahren in Euroland nur begrenzten Nutzen bringen.Diese Plastikkärtchen sind zwar eurofähig, das aber nur in Deutschland.Denn in den anderen EWU-Ländern sind Geldkarten heute noch ein Fremdwort oder die Bearbeitungssysteme in den verschiedenen Ländern sind nicht kompatibel.Spätestens 2002 sollten die Hürden allerdings überwunden sein.Eine eurotaugliche Geldkarte macht schließlich nur dann Sinn, wenn sie auch in ganz Euroland nutzbar ist.

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