• Die Euro-Intervention ist nicht vom Tisch - Diskussion über die Stärkung der Europäischen Zentralbank

Wirtschaft : Die Euro-Intervention ist nicht vom Tisch - Diskussion über die Stärkung der Europäischen Zentralbank

Die Kursentwicklung des Euro wird nach Einschätzung von Beobachtern das bestimmende Thema beim Treffen der europäischen Finanzminister am Montag in Brüssel sein. Möglicherweise könnte die Ecofin-Sitzung neue Interventionsgerüchte am Devisenmarkt auslösen, hieß es. Dies gelte für den Fall, dass die Finanzminister einen Vorschlag unterstützen, nach dem die elf Zentralbanken der Euro-Zone einen größeren Teil ihrer Fremdwährungsreserven an die Europäische Zentralbank (EZB) übertragen sollen, um der EZB die Kriegskasse für ein mögliches Eingreifen am Devisenmarkt weiter zu füllen. Am Freitag hatte sich der Euro zum Dollar nach Veröffentlichung der US-Arbeitslosenzahlen geringfügig erholt.

Unklar ist vor dem Ecofin-Treffen, ob die EZB überhaupt zu dem umstrittenen Mittel der Intervention greifen will und ob sie nach eigener Einschätzung nicht auch ohne die Reserven der elf Notenbanken über ausreichende Mittel verfügt. Nachdem Spekulationen über Euro-Käufe europäischer Zentralbanken den Euro am Donnerstag etwas über sein kurz zuvor markiertes Allzeittief bei 0,8848 Dollar gehoben hatten, konnte die Währung am Freitag von der weiter niedrigen Arbeitslosigkeit in den USA profitieren und bis auf knapp unter 0,90 Dollar zulegen.

Wenig stützende Wirkung hatte zuvor eine überraschende Erklärung von EZB-Chef Wim Duisenberg, in der er den Bürgern der Euro-Zone eine starke Währung zusicherte. Duisenberg erklärte, er verstehe die Sorgen der Bürger, da ein andauernd schwächerer Euro letztlich zu höheren Preisen bei Konsumgütern führen könnte. Deshalb werde die EZB den Euro-Kurs sehr genau beobachten und weiterhin alles tun, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Die Bürger könnten sicher sein, dass ihre Spareinlagen und die Renten auf lange Sicht ihren Wert behalten werden. Um die Risiken für die Preisstabilität einzudämmen, habe die EZB in den vergangenen sechs Monaten die Leitzinsen bereits vier Mal angehoben. Die EU-Finanzminister haben in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass sie für einen starken Euro eintreten. Allerdings gingen sie in ihren Erklärungen bislang nicht weiter, als das starke Aufwärtspotenzial der Gemeinschaftswährung zu betonen. Auf der Tagesordnung des Ministertreffens nimmt allerdings nicht der Euro den wichtigsten Rang ein, sondern die Prüfung des österreichischen Stabilitätsprogramms. Analysten gehen davon aus, dass die Finanzminister die Regierung in Wien dafür kritisieren werden, den Stabilitäts- und Wachstumspakt nicht ausreichend zu respektieren.

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