Wirtschaft : Die Europäische Notenbank lässt die Leitzinsen unverändert

Der Euro hat seinen Aufwärtstrend gegenüber dem US-Dollar am Mittwoch fortgesetzt. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs für einen Euro auf 1,0368 Dollar fest. Dies entsprach einem Dollarkurs von 1,8864 Mark. Am Vortag hatte der Euro-Referenzkurs bei 1,0305 Dollar gelegen. Auf die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen unverändert zu lassen, reagierte der Euro allerdings kaum. Dies galt auch für die erneuten Äußerungen von EZB-Präsident Wim Duisenberg, der Euro habe Potenzial für höhere Kurse zum Dollar, da die Wachstumslücke zwischen dem Euroraum und den USA geringer werde. Die Erwartungen für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in Euroland im laufenden und kommenden Jahr taxiert die Commerzbank beispielsweise mit drei Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent. Die entsprechenden Zuwachsraten für die US-amerikanische Volkswirtschaft liegen bei 3,3 Prozent beziehungsweise zwei Prozent. Die aktuelle Renditedifferenz bei Zehnjährigen liegt zurzeit bei nur noch einem Prozentpunkt. Von den positiven Aussichten für die europäische Konjunktur wird der Euro nach Händlerangaben schon seit Jahresbeginn gestärkt. Am Mittwoch halfen dem Euro sowohl die deutschen Arbeitsmarktzahlen als auch der stark gestiegene Index für das Verbrauchervertrauen in Frankreich.

Außerdem befürchteten Devisenhändler einen Kursrückschlag an den US-Aktienbörsen. "Gerade der Nasdaq-Einbruch vom Dienstag hat die Händler im Mark erschüttert. Der Technologie-Sektor war in der Vergangenheit immer eine feste Stütze für den breiteren Dow Jones", erklärte die Währungsexpertin Sonja Hellemann von Paribas. Einen entscheidenden Widerstand für den Euro macht die Analystin bei 1,0450 Dollar aus. Gegenüber anderen wichtigen Währungen legte der Euro am Mittwoch ebenfalls deutlich an Wert zu. Der Euro verteuerte sich gegenüber dem Yen auf 107,34 (105,88) Yen, dem Schweizer Franken auf 1,6060 (1,6053) Franken und dem britischen Pfund auf 0,6324 (0,6296) Pfund Sterling.

Der Dollar präsentierte sich gegenüber dem Yen fester. Es seien Gerüchte kursiert, die Bank von Japan habe am Vortag für mehrere Milliarden Yen Dollar gekauft. "Die japanische Notenbank hat demonstriert, dass sie gewillt ist, den Dollar nicht unter 102 Yen sinken zu lassen", sagte Toshikazu Shimamura, Devisenmanager der North Pacific Bank. Der Greenback wurde mit 103,555 Yen gehandelt. Am europäischen Geldmarkt reagierten Händler unterschiedlich auf eine geplante Feinsteuerungs-Operation, mit der die Europäische Zentralbank (EZB) überschüssige Liquidität vom Markt abschöpfen will. Im Prinzip sei der Ansatz gut, im Zuge eines quasi umgekehrten Tenderverfahrens überschüssiges Geld hereinzunehmen und dafür Zinsen zu zahlen, die über den zwei Prozent der Einlagenfazilität lägen, sagten Händler. Allerdings sei das Verfahren noch nicht erprobt und es müsse abgewartet werden, wie viele Banken sich daran beteiligen würden. Auch beim geplanten Volumen der Operation und bei der Höhe der Bietungen gab es geteilte Meinungen.

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