Wirtschaft : Die fetten Jahre sind vorbei

Nach sieben Rekordjahren in Folge wird Audi ausgebremst

-

Ingolstadt (dpa). Nach sieben Rekordjahren hat Audi an Fahrt verloren. Im ersten Quartal fiel die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge der Marke Audi um 0,5 Prozent auf 181825, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Ingolstadt. „Es wird den vollen Einsatz von Management und Mitarbeitern erfordern, erneut ein überzeugendes Ergebnis zu erreichen.“ Es bleibe aber das Ziel, den Auslieferungsrekord des Jahres 2002 zu übertreffen. Von den Aktionären erntete der Vorstand angesichts mehrerer Rekordwerte im vergangenen Jahr überwiegend Lob. „Alles in allem hat sich Audi im Jahr 2002 achtbar geschlagen“, sagte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Allerdings war der Gewinn vor Steuern im vergangenen Jahr nach jahrelangen Zuwächsen um 5,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zurück gegangen. Im laufenden Jahr droht ein weiterer Rückgang. Es werde sehr schwer, den Wert des Vorjahres zu erreichen, sagte Finanzvorstand Rupert Stadler.

Hoffnungen setzt die VWTochter vor allem auf den neuen A3 und den Wachstumsmarkt China. Angesichts eines Streubesitzes von nur 0,9 Prozent äußerte sich ein Aktionär verwundert darüber, dass Audi die Hauptversammlungen überhaupt noch veranstalte und VW nicht versuche, die Aktionäre herauszudrängen. Aufsichtsratschef Bernd Pischetsrieder betonte, es gebe keine Pläne des VW-Konzerns für ein so genanntes Squeeze Out. Im ersten Quartal verlor Audi in Spanien, Frankreich und den USA zweistellig. In Deutschland sanken die Auslieferungen um 6,8 Prozent auf 54841 Fahrzeuge. Ein Großteil dieser Rückgänge konnte Audi aber durch ein deutliches Absatzplus von 84,7 Prozent in China ausgleichen, wo Audi neben dem A6 neuerdings auch den A4 fertigt. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern die Zahl der Auslieferungen weltweit noch um 2,2 Prozent auf 742128 Audis gesteigert.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben