Wirtschaft : Die Finanz-Krisen der 90er Jahre haben den Ruf nach einem neuen Frühwarnsystem lauft werden lassen

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In den 90er Jahren haben große Finanzkrisen das Vertrauen in die Frühwarnsysteme des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank erschüttert. Volkswirtschaften in Mittel- und Südamerika sowie in Asien und in Russland standen vor dem Zusammenbruch.

Die Mexiko-Krise. Im Dezember 1994 verdichten sich die Krisenmeldungen aus Mexiko. Als bekannt wird, dass Mexiko einen drastischen Rückgang der Währungsreserven zu verzeichnen hat, überrascht die neue Regierung unter Präsident Ernesto Zedillo mit einer Abwertung der mexikanischen Währung und einem Preisstopp. Vergeblich müht sich die mexikanische Nationalbank darum, die Währung zu stabilisieren. Wie ein Flächenbrand breitet sich die Mexiko-Krise in Lateinamerika aus und bringt die Börsen in Brasilien und Argentinien in Turbulenzen.

Die Asien-Krise. Die erste beunruhigende Meldung kommt Anfang 1997 aus Südkorea: der Zusammenbruch von Hanbo Steel; Schulden: sechs Milliarden US-Dollar. Es folgen Firmen in Thailand und Südkorea. Dann gerät die thailändische Währung, der Baht, immer stärker unter Druck. Im Mai gibt das thailändische Geldinstitut Finance One auf. Auch in Malaysia kämpft man daraufhin gegen die Spekulation. Nach dem Ringgit kommt der Hongkong-Dollar an die Reihe, dann die indonesische Rupiah. Der IWF arbeitet einen Rettungsplan für Thailand aus. Auch Indonesien braucht Hilfe. Erst im Januar 1998 zeichnet sich eine Wende zum Besseren ab.

Die Russland-Krise. Im Frühjahr 1998 beginnt mit der Wahl von Sergej Kirijenko zum neuen Ministerpräsidenten die russische Finanzkrise. Die Bevölkerung verliert immer mehr das Vertrauen in die Regierung. Der Streik von Bergleuten, die monatelang auf Lohn verzichten müssen, führt zu immer stärkeren Spannungen im Lande. Mit Sparpaket, Steuersenkungen und drastischen Zinserhöhungen versucht die Regierung die Situation in den Griff zu bekommen. Obwohl IWF und Weltbank Kredite genehmigen, fallen die Aktienkurse. Moskau muss den Rubel drastisch abwerten und setzt die Zahlung von Schulden aus.

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